Merkblatt Parkett auf Fussbodenheizung

Merkblatt Parkett auf Fußbodenheizung

Holz gilt als Dämmstoff, dass bedeutet die Auf- und Abheizphasen verschieben sich. Es dauert länger, bis der Boden warm ist (daher eher anschalten) und es dauert aber auch länger bis der Boden wieder Kalt ist (daher eher wieder abschalten). Das so genannte Heizfenster wird also bildlich gesprochen versetzt.
Während die Fußbodenheizung an ist, befindet sich sehr trockene Luft direkt über der Holzoberfläche. Dadurch gibt das Holz Feuchte an die Umgebung ab und stellt so seine natürliche Haushaltsfeuchte wieder ein. Bei abgeben von Feuchtigkeit schrumpft das Parkett, was sich in Fugen zwischen den Stäben bemerkbar macht. Diesem Effekt können Sie entgegenwirken, indem Sie Luftbefeuchter einsetzen.
Ein sehr bewährtes System bietet die Firma Venta an: http://www.venta-luftwaescher.de .
In Monaten, in denen die Luftfeuchtigkeit der Umgebung höher ist (Frühling/Sommer), werden Sie auch geringere oder gar keine Fugen im Boden haben.
Besonders gut für den Einsatz auf Fußbodenheizung geeignet sind Einzelstab-Fertigparkette bzw. generell mehrschichtig aufgebaute Holzböden. Bei diesem Aufbau sperren sich die einzelnen Schichten gegeneinander ab, das Quell- und Schwundverhalten wird deutlich verringert.
Wir empfehlen Parkett auf Fußbodenheizung fest zu verkleben. Dadurch ist eine bessere Fixierung des Bodens gewährleistet, das Parkett "arbeitet" weniger, es wird eine bessere Wärmeleitung gewährleistet und der hohle Klang wie bei der schwimmenden Verlegung von Parkett ist nicht vorhanden. Wir empfehlen einen flexiblen Klebstoff einzusetzen (siehe dazu "Zubehör/Klebstoffe/lösemittelfrei" ).
Mit Hilfe der Steamlock-Spezial-Dämmunterlage können viele Fertigparkette auch schwimmend auf eine Warmwasser-Fußboden-Heizung verlegt werden. Im Einzelfall sollte die Verlegeanleitung des Produzenten zu Rate genommen werden.
Von Vorteil ist die Verwendung eines Lock-Verriegelungs-Systems, wie wir es z.B. Bei unserem Fertigparkett der Philharmoniker Serie vorfinden. Bei dieser Verriegelung werden die einzelnen Dielen systembedingt unter Spannung gegeneinander gedrückt. Dadurch haben Sie eine geringere Fugenbildung.

Merkblatt Parkett auf Fußbodenheizung

Kurzbericht über die für die Praxis wichtigen Ergebnisse der in den Jahren 1979 bis 1980 durchgeführten Untersuchungen im "Fraunhofer-Institut für Holzforschung", Braunschweig

Grundlagen der Versuche

  1. Grundlagen der Versuche

    Die im Auftrag der Entwicklungsgemeinschaft Holzbau in der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung, München durchgeführten Versuche wurde unter Verwendung verschiedener Bodenbeläge aus Holz und Holzwerkstoffen, darunter auch handelsüblicher Parkettfußböden in handwerksüblicher Verlegung, gemacht. Die Versuche wurden in Kombination mit Warmwasser-Fußbodenheizungen jeweils über einen Zeitraum von mehreren Monaten durchgeführt, und zwar mit Vorlauftemperaturen in Stufen von 40°C, 55°C und - zur Simulierung des Störfalles - von 70°C. Außerdem wurden die seitlichen Abstände der Heizrohre variiert, und zwar mit 150 mm, 300 mm und 450 mm.
    Während der Versuche wurden in verschiedenen Bereichen und verschiedenen Höhen der Prüfböden laufend die Temperaturen, Holzfeuchtigkeitswerte und Formänderungen gemessen. Wesentlich Beurteilungskriterien waren Formänderungen und Holzfeuchten.
    Die Versuche haben für alle handelsüblichen Parkettböden, in handwerksüblicher Weise auf Zementestrich verlegt, positive Ergebnisse gebracht und die bereits bekannten Erfahrungen bestätigt, nach denen Parkettfußböden für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet sind.
    Den Aufbau der geprüften Parkettfußböden auf Estrich zeigen die Abbildungen 1 bis 4. Die folgenden Empfehlungen gelten damit allgemein für Mosaikparkett nach DIN 280Bl.2 (8 mm dick), Stabparkett nach DIN 280 Bl. 1 (22 mm dick) und für Fertigparkettelemente nach DIN 280 Bl. 5 (ca. 13 mm bis 15 mm dick), wobei die Fertigparkettelemente je nach Konstruktion und Empfehlung des Herstellerwerkes auf den Estrich geklebt oder schwimmend verlegt werden.

  2. Erkenntnisse aus den Versuchen für die Praxis

    1. Die Verlegung dieser drei handelsüblichen Parkettarten in Verbindung mit einer Warmwasser-Fußbodenheizung kann nach dem Ergebnis der Versuche und den Erfahrungen der Praxis empfohlen werden. Es müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen bei der Planung und der Ausführung eingehalten werden.

    2. Vorlauftemperatur

      Die Betriebs-Vorlauftemperatur soll höchstens + 55°C betragen. Vorlauftemperaturen von bis zu + 70°C über einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen im Störfalle führen ebenfalls noch nicht zu Schäden.

    3. Abstand der Heizrohre

      Der Abstand der Heizrohre sollte möglichst ca.15 cm betragen. Nach dem Ergebnis der durchgeführten Versuche sollte ein Abstand von 30 cm nicht überschritten werden. Es ist im übrigen von der jeweiligen Betriebstemperatur und der Dicke des Estrichs abhängig. Die Heizrohre können entweder unter dem Estrich in entsprechenden Rollen des Dämmstoffes oder - wie es bei anderen Systemen üblich ist - im Estrich verlegt sein.

    4. Holzfeuchte des Parketts

      Der normengerechte Mittelwert der Holzfeuchte des Parketts (Stabparkett und Mosaikparkett 9+/- 2%, Fertigparkettelemente 8 +/- 2% sollte bei der Verlegung auf keinen Fall überschritten werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang folgender Hinweis: Parketthölzer, deren Eigenfeuchtigkeit in der Masse in dem normgemäß noch zulässigen obersten Bereich (11% bei Stabparkett und Mosaikparkett und 10% bei Fertigparkettelementen) liegt, sind bei der Verlegung auf Fußbodenheizung nicht genügend trocken. Auf Grund der technologischen und hygroskopischen Eigenschaften des Holzes können während der Heizperiode feine oder auch kleine Fugen auftreten. Diese sind im allgemeinen gleichmäßig verteilt und müssen toleriert werden, da sie unvermeidbar sind.

    5. Vorbehandlung des Estrichs

      Der Estrich ist vor dem Beginn der Verlegearbeiten (auch im Sommer) aufzuheizen. Das Aufheizen des Estrichs soll nicht vor 21 Tagen nach seiner Einbringung beginnen, und zwar so, dass die Vorlauftemperatur der Heizung täglich um 5°C erhöht wird und 35°C nicht übersteigt. Vor Beginn der Verlegung des Belages, jedoch nicht früher als 28 Tage nach Herstellung des Estrichs, ist die Heizung abzuschalten oder bei kalter Witterung die Vorlauftemperatur in täglichen Temperaturstufen von 5°C so zu reduzieren, bis eine Oberflächentemperatur des Estrichs von 18 bis 15°C erreicht ist. Diese Temperatur darf innerhalb von drei Tagen nach der Verlegung der Beläge bzw. der Oberflächenbehandlung nicht verändert werden. Danach kann die Heizung täglich um 5°C bis zum Erreichen der vollen berechneten Vorlauftemperatur erhöht werden.

    6. Verklebung des Parketts

      Für die Verklebung auf Estrichen sind die handelsüblichen, schubfesten Parkettklebstoffe geeignet (beachte Herstellerangaben).

  3. Weitere Hinweise für die Planung und Ausführung

    1. Merkblatt "Zentralverband des Deutschen Baugewerbes"

      Hinsichtlich der speziellen technischen Voraussetzungen für die handwerkliche Ausführung der Estrich- und Parkettarbeiten wird auf das vom "Zentralverband des Deutschen Baugewerbes", Godesberger Allee 99, 5300 Bonn 2 - in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachgruppen - herausgegebenen Merkblatt Elastische Bodenbeläge, textile Bodenbeläge und Parkett auf beheizten Fußbodenkonstruktionen" -Stand Januar 1981 - hingewiesen. Es kann von der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH, Stolberger Str. 84, 5000Köln 41 bezogen werden.

    2. Inbetriebnahme der Heizung

      Die zwischen Verlegung des Parkettfußbodens und Inbetriebnahme der Heizung erforderlichen Wartezeit ist von der Parkettart und Verlegeart abhängig und mit dem Fußbodenfachhandwerker abzustimmen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Heizung mit langsam ansteigenden Temperaturen von nicht mehr als 5°C je Tag in Betrieb genommen wird.

    3. Wohnhygiene und Raumklima

      Neben diesen speziellen Empfehlungen gelten selbstverständlich die allgemeinen, bekannten technischen und wohnhygienischen Regeln für Fußbodenheizungen. Es sei hier insbesondere darauf hingewiesen, dass die Oberflächentemperatur des Fußbodens höchstens +28°C betragen soll. Die Einhaltung dieses Grenzwertes ist bei Parkett ohne Probleme möglich.
      Für das Wohlbefinden des Menschen und die Behaglichkeit in Räumen ist die Beachtung eines gesunden Raumklimas erforderlich. Bei einer Raumtemperatur von 18-21°C sollte eine relative Luftfeuchte von etwa 50-60 % vorhanden sein. Dies ist auch für die Werterhaltung der Fußböden und zur Vermeidung elektrostatischer Auf- und Entladungsvorgänge von Vorteil. Zur Erreichung dieser Werte sind geeignete Maßnahmen zu treffen.

    4. Wärmedurchlasswiderstand

      Um eine ausreichende Wärmeabgabe an den zu beheizenden Raum zu erreichen, soll der Wärmedurchlasswiderstand nicht größer sein als 0,18 m²-K/W.
      Dieser Wert ist abhängig von der dicke d und der Wärmeleitzahl l (Maßeinheit W/m - K) und errechnet sich nach der Formel 1/L = d/l.
      Unter der Wärmeleitzahl eines Materials wird der Wärmestrom in W (=Watt) verstanden, der in einem Würfel von 1 m³ dieses Stoffes strömt, wenn der Temperaturunterscheide zweier gegenüberliegender Seiten 1 K (ein "Kelvin" = 1°C) beträgt.
      Besteht ein Fußboden aus verschiedenen Stoffen, so wird der Wärmedurchlasswiderstand als Summe der Wärmedurchlasswiderstände der einzelnen Schichten errechnet.
      Die Wärmedurchlasswiderstände der einzelnen Parkettarten betragen bei: Mosaikparkett, Eiche 8mm dick = 0,038m² - K/W; Stabparkett, Eiche 22mm dick = 0,105m² - K/W; Fertigparkett, 10-15 mm dick = 0,08 bis 0,11 m² - K/W und liegen damit im mittleren bis günstigen Bereich. Soweit bei der schwimmenden Verlegung von Fertigparkettelementen eine Rippenpappe von ca. 2,5 mm dicke zu berücksichtigen ist, sind weitere 0,05 m² - K/W hinzuzurechnen.

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