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Was können Parkettböden?

Was können Parkettböden?

Mit den angedeuteten Möglichkeiten der Parkettgestaltung haben Bauherren einen Baukasten an die Hand bekommen, mit dessen Bausteinen sich einzigartige Holzfußböden kreieren lassen, Böden, die auf das Gebäude, das Interieur, die Nutzung und schließlich individuelle Wohnwünsche optimal zugeschnitten werden können.

Damit die Freude am Holzfußboden lange Jahre währt müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Der Fachmann spricht deshalb auch von einem „Systemaufbau eines Holzfußbodens“ und bezieht den Unterboden, den Klebstoff bzw. die Dämmlage bei schwimmend verlegtem Dreischichtparkett und nicht zuletzt die Oberflächenbehandlung in seine Überlegungen ein. Außerdem beziehen sich technische und bauphysikalische Eigenschaften oft auf den gesamten Systemaufbau. Parkett und andere Holzfußböden gehören deshalb generell in die Zuständigkeiten eines Fachhandwerkers.

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Eigenschaften von Parkett und anderen Holzfußböden

Härte und Druckbelastung
Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Punktbelastungen, beispielsweise durch Stöckelabsätze, wird als Härte definiert. Rechtwinklig zur Faserrichtung, also von oben auf die Parkettfläche, beträgt die Brinellhärte (Maßzahl eines speziellen Messverfahrens) von Parketthölzern zwischen 20 und 45 N/ mm², bei Eiche liegen die Werte in einem Bereich zwischen 23 und42 N/ mm². Die Härte ist abhängig von der Dichte und Feuchtigkeit des Holzes; sie kann durch eine entsprechende Oberflächenbehandlung (z.B. Versiegelung) geringfügig gesteigert werden.

Abriebfestigkeit
Auch die Abriebfestigkeit von Holz ist von seiner Dichte abhängig. Unterschieden werden muss allerdings zwischen der Abriebfestigkeit des Holzes selbst und der Abriebfestigkeit des aufgetragenen Oberflächenschutzes. Letzterer ist ausschlaggebend. Es gibt heute Oberflächenschutz für jede Beanspruchungsart.

Trittelastizität
Die Elastizität eines Fußbodens hat Einfluss auf den Gehkomfort und die Ermüdung von Fußmuskulatur und Bändern bei längerem Stehen. Holz ist aufgrund seiner Mikrostruktur angenehm elastisch, so dass auch bei stehender Beschäftigung keine "Pflastermüdigkeit" auftritt.

Gleitsicherheit
Die Gleitsicherheit von Parkettböden ist abhängig von der Oberflächenbehandlung und Pflege. Prinzipiell kann jede geforderte Laufsicherheit und Rutschfestigkeit „eingestellt" werden. In Wohnräumen ist meist ein begrenztes Gleitvermögen gewünscht. Wenn hier spezielle Anforderungen erfüllt werden sollen, sollte ein Fachmann vom Parketthandel oder ein Parkettleger zu Rate gezogen werden.

Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitzahl, auch abhängig von der Dichte, liegt bei den einzelnen Holzarten zwischen 0,10 und 0,20 W/ mK; für Laubholz wird ein Durchschnittswert von 0,20 und für Nadelholz von 0,13 W/ mK angesetzt. Holz dämmt die Wärme also relativ gut, weshalb Holzfußböden als fußwarm empfunden werden. Die Wärmeleitzahl liegt aber noch in einem Bereich, der die Verlegung von Parkett auf beheizten Estrichen (Fußbodenheizung) gestattet, wenn der Wärmedurchlasswiderstand des Parketts nicht größer als 0,l5 m²K/ W ist, was einer Holzdicke von 20 mm bis 22 mm entspricht. Auf beheizten Estrichen sollte Parkett vollflächig verklebt werden.

Hinweis: Die Verlegung von Parkett auf beheizten Estrichen sollte dem Fachhandwerk vorbehalten bleiben.

Elektrische Leitfähigkeit
Der elektrische Widerstand von Holz liegt zwischen 108 und 1010 Ohm. Damit sind Holzfußböden so gute Isolatoren, dass bei elektrischen Schlägen meist keine große Verletzungsgefahr besteht. Andererseits ist die Leitfähigkeit gut genug, dass es bei Menschen zu keiner elektrostatischen Aufladung kommt. Bei filmbildenden Versiegelungen hängt dieser Faktor allerdings vom elektrischen Widerstand des Siegels ab. Das bedeutet, dass die elektrische Leitfähigkeit durch die Oberflächenbehandlung und das Pflegesystem beeinflusst werden kann.

Fugenbildung
Parkett wird mit einer mittleren Holzfeuchte geliefert und eingebaut, die einem Raumklima von 20 bis 22°C und 55-60% relativer Luftfeuchtigkeit entspricht. Dieses "Standardklima" wird jedoch im Sommer überschritten und im Winter durch Heizen der Räume unterschritten. Dementsprechend arbeitet das Holz: im Sommer kann das Parkett geringfügig quellen und dann eine geschlossene Fläche bilden, im Winter schwinden, so dass Fugen entstehen.

Fugen sind ein Qualitätsmerkmal für den Naturwerkstoff Holz und gelten nicht als Qualitätsminderung. Fugenbildung lässt sich jedoch begrenzen, wenn durch entsprechende Maßnahmen (z.B. Luftbefeuchter) für eine ausreichende relative Luftfeuchtigkeit in der Heizperiode gesorgt wird. Sie kommt nicht nur dem Parkettboden zugute, sondern erhöht vor allem die Behaglichkeit für den Menschen.

Akustisches Verhalten
Durch Sprache und Geräuschquellen entsteht ein Luftschall, der sich im Raum ausbreitet und von raumbegrenzenden Bauteilen, Möbeln und Dekorationen reflektiert bzw. absorbiert wird. Die Beschaffenheit der Oberflächen ist entscheidend für die Raumakustik: Glatte und harte Oberflächen reflektieren den Schall, weiche und strukturierte schlucken ihn, so dass er nach kurzer Nachhallzeit abklingt. Auf den Menschen wirken mittlere Nachhallzeiten beruhigend, zu kurze allerdings bedrückend. Eine ausgewogene Einrichtung mit Parkett und Wohntextilien gilt hier als optimal.

Hinweis: Ein mit dem Unterboden verklebter Parkettbelag verhält sich in Bezug auf die Schallübertragung in andere Räume neutral. Im Hinblick auf den eigenen Nutzungsbereich wird der Raumschall durch vollflächige Verklebung positiv beeinflusst. Schwimmende Verlegung wirkt sich negativ auf die Akustik im eigenen Raum aus (Untersuchung Norbert Strehle, Sachverständiger).

Brandverhalten
Eine Brandbelastung auf der Oberseite führt zu einer Verkohlung auf der Oberfläche. Eine Brandausbreitung wird durch Parkettböden nicht begünstigt. Während Holz als normal entflammbar eingestuft ist, wird Eichenparkett (auch mit Versiegelung) als schwer entflammbar klassifiziert; Voraussetzung ist eine Mindestdicke der Nutzschicht von 8 mm. Einige Hersteller haben auch Parkett anderer Holzarten prüfen lassen und können entsprechende Prüfergebnisse vorweisen.

Ökologie und Wohngesundheit
Unter ökologischen Gesichtspunkten sollte ein Fußbodenbelag weder bei der Herstellung noch bei der Verarbeitung, weder bei der Nutzung noch bei der Wiederverwendung oder Entsorgung Mensch und Umwelt belasten. Holzfußböden werden energiearm hergestellt, sie sind für die Gesundheit des Bewohners unbedenklich und wirken ausgleichend auf das Raumklima. Die heute eingesetzten Klebstoffe und Produkte zur Oberflächenbehandlung sind formaldehyd- und in der Regel auch lösemittelfrei oder lösemittelarm. Allergiker schätzen die glatte Parkettoberfläche, die Milben etc. keinen Raum lässt. Parkett wirkt wohltuend und auf fast alle Sinne des Menschen – auf das Sehen (Farbe und Struktur), auf das Tasten (Barfußlaufen, Berührung), auf das Hören (Verbesserung der Raumakustik) und nicht zuletzt auf den Geruchsinn.

Renovierbarkeit
Als einzige Fußbodenart können Parkett und Holzfußböden nach starker Beanspruchung selbst nach Jahrzehnten renoviert werden. Schleifen der Oberfläche sowie Neuversieglung bzw. Ölen oder Wachsen bringenden Boden wieder in einen neuwertigen Zustand. Dieser Vorgang kann je nach Dicke der Nutzschicht mehrfach wiederholt werden. Bei schwimmend verlegtem Fertigparkett sollten solche Schleifmaschinen eingesetzt werden, die aufgrund ihrer Konstruktion wellenfreies Schleifen gewährleisten.

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