Massivparkett oder Fertigparkett?
Inhaltsverzeichnis
Massivparkett und Fertigparkett (Mehrschichtparkett) sehen gleich aus und fühlen sich gleich an, doch ihr Aufbau ist verschieden.
Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die wesentlichen Merkmale und Unterschiede der beiden Parkettarten. Vorab ist wichtig zu wissen, dass weder Massivparkett noch Fertigparkett in jedem Fall vorzuziehen ist. Vielmehr entscheiden Ihre individuellen Erwartungen darüber, welche Variante für Ihren Zweck besser geeignet ist. Mehrschichtparkett ist die gängige technische Bezeichnung für Fertigparkett und wird im Folgenden synonym verwendet.
Aussehen und Aufbau
Optisch sind Massivparkett und Mehrschichtparkett nahezu identisch, doch im Kern unterscheiden sie sich.
Verhalten von Massivparkett und Fertigparkett bei Feuchtigkeit
Holzböden „arbeiten“ naturbedingt immer, massives Parkett besonders stark. Achten Sie daher auf eine konstante Raumtemperatur und -feuchtigkeit. Andernfalls ziehen sich die Holzdielen bei zu trockener Zimmerluft zusammen, sodass Fugen entstehen. In einer feuchten Umgebung dehnen sie sich aus.
Wenn Sie in Betracht ziehen, das Parkett auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung, in Ihrem Wintergarten oder im Badezimmer zu verlegen, ist Mehrschichtparkett die richtige Wahl. Aufgrund seiner mehrlagigen Konstruktion ist Fertigparkett sehr stabil und verzieht sich bei schwankender Luftfeuchtigkeit oder Temperaturveränderungen nicht so stark wie Massivparkett.
Wichtig: Achten Sie bei der Verlegung von Parkett in anspruchsvollen Bereichen (z. B. Badezimmer, Wintergarten, Warmwasser-Fußbodenheizung) stets auf die Herstellerfreigabe. Einen entsprechenden Hinweis finden Sie in der Produktbeschreibung.
Langlebigkeit und Nutzungsdauer
Parkettböden bekommen im Laufe der Zeit leichte Kratzer und entwickeln einen gewissen Used-Look. Diese einzigartige Optik kann durchaus gewünscht sein. Falls Sie jedoch eine makellose Oberfläche bevorzugen, ist die Möglichkeit des Abschleifens ein entscheidender Aspekt bei der Wahl des Parkettbodens.
- ▶ Massivparkett ist gut erneuerbar und lässt sich mehrfach abschleifen, da es durch seinen einschichtigen Aufbau reichlich Masse aufweist.
- ▶ Fertigparkett (Mehrschichtparkett) ist nur bedingt abschleifbar, da bei jeder Behandlung etwas von der obersten Lage, der sogenannten Nutzschicht, abgenommen wird. Wie oft Sie Fertigparkett abschleifen können, hängt somit von der Stärke der Nutzschicht ab.
In unserem detaillierten Ratgeber erfahren Sie, wie genau Sie Parkett abschleifen und anschließend neu einpflegen.
Stabilität & Wärmeleistung
Sowohl Massivholzparkett als auch Fertigparkett gelten als äußerst stabile Bodenbelag-Arten, wobei die folgenden Besonderheiten gelten.
Massivparkett
Da Massivparkett sich bei Feuchtigkeit verformen kann, ist es für Wintergärten, Badezimmer oder Räume mit Warmwasser-Fußbodenheizung nur bedingt geeignet. In Räumen mit sehr hoher Temperatur kann Massivparkett austrocknen und schwinden. Umgekehrt kann es durch Feuchtigkeit aufquellen.
Fertigparkett (Mehrschichtparkett)
Fertigparkett verfügt in jeder Diele über eine Sperrholz-Komponente. Dadurch ist es weniger anfällig für Verzug bei Veränderungen im Raumklima und gut für Bereiche mit starken Temperaturschwankungen geeignet. Wenn Sie Parkett auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung verlegen möchten, ist Fertigparkett ebenfalls ideal (achten Sie dabei auf die Herstellerfreigabe).
Ökologische Aspekte von Massivparkett und Fertigparkett
Im Vergleich zu einigen anderen Bodenbelägen (z. B. Teppich aus Synthetik-Fasern) sind Massiv- und Mehrschichtparkett umweltfreundlichere Optionen. Schließlich ist Holz ein nachwachsender Rohstoff.
DDie Nutzschicht von Mehrschichtparkett, also die oberste Lage, besteht immer aus Vollholz (z. B. Eiche). Die darunterliegende Trägerschicht und der Gegenzug können je nach Variante beispielsweise aus Sperrholz oder hochdichter Faserplatte (HDF) bestehen. HDF wird meist aus Restholz, Sägespänen, Durchforstungsholz oder recyceltem Holz gefertigt, sodass für die Herstellung keine zusätzlichen Bäume gefällt werden müssen. Mehrschichtparkett mit dieser Zusammensetzung ist somit etwas nachhaltiger als Massivparkett, das immer aus einer Lage Vollholz besteht und daher mehr “frisches” Holzmaterial benötigt.
Schwimmend oder verklebt? Die möglichen Verlegevarianten je Parkett-Art
Parkett aus massivem Holz sowie 2-Schichtparkett mit Nut-Feder-System müssen immer vollflächig verklebt werden. Bei Mehrschichtparkett mit Klick-System können Sie hingegen zwischen einer schwimmenden Verlegung und einer vollflächigen Verklebung wählen.
Vorteile der schwimmenden Verlegung
- ✓ günstige und schnelle Verlegung - selbst für Laien durchführbar
- ✓ Verlegung auch auf porösen oder rissigen Estrichen möglich - der Untergrund muss fest, trocken und eben sein
- ✓ sofort nach Verlegung begehbar
- ✓ kann einfach zurückgebaut werden
Nachteile der schwimmenden Verlegung
- ✗ Beim Begehen (vor allem bei größeren Flächen) kann es zu einem „Nachfedern“ des Bodenbelags kommen, was zu einem Gehschall führt.
- ✗ Die Wärmeübertragung ist bei der Verlegung auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung nicht so gut wie bei der vollflächigen Verklebung, da keine direkte Verbindung zum Untergrund besteht.
- ✗ Der Boden kann kaum unfallfrei abgeschliffen werden, da der schwimmend verlegte Belag während des Schleifvorgangs federn kann.
- ✗ Einzelne Dielen bei Beschädigung auszutauschen, ist aufwändig und erfordert handwerkliches Geschick.
- ✗ Dem natürlichen Quell- und Schwindverhalten des Parkettbodens wird nicht entgegengewirkt, was in den Wintermonaten eine leichte Fugenbildung zur Folge haben kann.
Vorteile der vollflächigen Verklebung
- ✓ deutlich geringerer Geh- und Trittschall
- ✓ gute Wärmeleitfähigkeit bei Warmwasser-Fußbodenheizung
- ✓ minimales Quell- und Schwindverhalten des Holzes
- ✓ Austausch einzelner Dielen durch einen Profi ist gut möglich
- ✓ problemlos abschleifbar
Nachteile der vollflächigen Verklebung
- ✗ Die vollflächige Verklebung ist anspruchsvoll und sollte durch einen professionellen Bodenleger erfolgen, was Zusatzkosten verursacht.
- ✗ Die Verlegung in Eigenregie ist nur für Personen mit einem Höchstmaß an handwerklichem Geschick empfehlenswert, da sich Fehler bei der vollflächigen Verklebung nur mit großem Aufwand ausbessern lassen.
- ✗ Der Boden kann kaum unfallfrei abgeschliffen werden, da der schwimmend verlegte Belag während des Schleifvorgangs federn kann.
- ✗ Es ist eine gewissenhafte Untergrundvorbereitung nötig, da selbst minimale Höhenunterschiede die Haltbarkeit und Ebenmäßigkeit von vollflächig verklebtem Parkett beeinträchtigen können.
- ✗ Die Verklebung erfordert ein Höchstmaß an Präzision und gute Vorbereitung, sodass der gesamte Vorgang mehr Zeit in Anspruch nimmt als die schwimmende Verlegung.
- ✗ Vollflächig verklebtes Parkett ist erst nach Ablauf der Trockenzeit des Parkettklebers begehbar (circa 24 bis 48 Stunden, Herstellerhinweise beachten). Bei roh geliefertem Parkett verlängert sich die Zeit bis zur ersten vollständigen Begehbarkeit zusätzlich, da vorab noch die schützende Oberflächenbehandlung abgeschlossen werden muss.
Die Kosten für Massivparkett oder Mehrschichtparkett (Fertigparkett)
Für eine vollständige Budgetplanung sollten Sie alle Ausgaben berücksichtigen, die mit dem Kauf und der Verlegung Ihres neuen Parkettbodens verbunden sind. Die folgende Liste zeigt, welche typischen Kosten für die Verlegung von Parkett anfallen.
- ▶ Parkettpreis pro Quadratmeter: Der Preis pro Quadratmeter hängt maßgeblich davon ab, aus welchem Holz das Massiv- oder Mehrschichtparkett (Fertigparkett) besteht.
- ▶ Zusatzkosten: Typische Ausgaben sind die Kosten für Sockelleisten, Abdeckrosetten oder Übergangsprofile.
- ▶ Verlegekosten: Die zusätzlich anfallenden Ausgaben richten sich nach der Art der Verlegung, da je nach gewählter Variante unterschiedliche Utensilien nötig sind.
Verlegekosten für Schwimmende Verlegung:
- ▶ Trittschalldämmung
- ▶ Dampfbremse
- ▶ Punkt1
- ▶ Gummihammer
- ▶ Schlagholz
- ▶ Säge
- ▶ Zugeisen
- ▶ Abstandskeile
Verlegekosten für vollflächige Verlegung:
- ▶ Arbeitskosten für den Bodenleger
- ▶ evtl. Grundierung
- ▶ Parkettkleber
- ▶ Zahnspachtel (B15 oder B11)
- ▶ Gummihammer
- ▶ Schlagholz
- ▶ Säge
- ▶ Zugeisen
- ▶ Abstandskeile
- ▶ ggfls. Mietkosten für die Bodenwalze.
Die konkreten Kosten für Massivparkett oder Mehrschichtparkett (Fertigparkett) hängen somit von der Holzart und der Verlegevariante ab. Je mehr der benötigten Utensilien Sie bereits zu Hause haben, desto geringer fallen die Zusatzkosten aus.
Tipp: Von einem besonderen Sparvorteil profitieren Sie, wenn Sie sich für Mehrschichtparkett (Fertigparkett) mit Klick-System entscheiden und den Boden selbst schwimmend verlegen.
Massivparkett vs. Fertigparkett – alles Wichtige im Überblick
Massivparkett
Fertigparkett (Mehrschichtparkett)
traditionelle und luxuriöse Art von Holzboden
im Durchschnitt niedrigerer Preis als Massivparkett
aus einem massiven Stück Hartholz gefertigt
temperatur- sowie feuchtigkeitsbeständiger und somit vielseitiger einsetzbar
dickere Nutzschicht und somit auch für den gewerblichen Bereich
dank der höheren Formstabilität auch auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung verlegbar
kann mehrmals abgeschliffen werden
mit Klick-System: kann schwimmend verlegt oder vollflächig verklebt werden
höhere Lebensdauer und eine zeitlose Ausstrahlung
mit Klick-System: einfache Verlegung ohne Parkettkleber - auch von ambitionierten Laien durchführbar
in zahlreichen Holzarten erhältlich, von hell bis dunkel mit unterschiedlichen Mustern und Maserungen
große Vielfalt an verschiedenen Holzarten, Farben, Oberflächen und Größen
kann abgeschliffen werden, jedoch wesentlich seltener als massives Parkett
ressourcenschonend und ökologisch, da nur die obere Nutzschicht aus Edelholz besteht
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