Parkett ölen: Anleitung, Nachölen und wie oft Sie ölen sollten
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Inhaltsverzeichnis
- Entscheidungsbaum: Erstölung, Nachölen oder Teilnachölen?
- Woran erkennen Sie, dass Ihr Parkett Öl braucht?
- Wie oft sollte man Parkett ölen?
- Welches Öl für welchen Zweck?
- Werkzeug und Material
- Anleitung: Rohes oder frisch geschliffenes Parkett ölen
- Anleitung: Geöltes Parkett nachölen
- Kostenvergleich: Selbst ölen oder ölen lassen?
- Typische Fehler, wenn Sie Parkett ölen – und die passende Lösung
- Häufige Fragen: So können Sie Ihr Parkett ölen
Spezielles Parkettöl schützt Holzböden wirkungsvoll vor übermäßigen Schmutzablagerungen und eindringender Feuchtigkeit. Es dringt tief in das Holz ein und legt sich auf jede einzelne Faser, sodass das Naturmaterial weiterhin atmen kann. Die positive Einwirkung auf das Raumklima, die natürliche Optik und die Kaschierung von Kratzern sind nur drei der vielen Vorteile von geöltem Parkett.
Da die Holzporen offen bleiben, müssen Sie die Oberflächenbehandlung in regelmäßigen Abständen wiederholen. Nur so bleibt die Schutzwirkung entlang der gesamten Nutzungsdauer erhalten. Wie Sie dabei genau vorgehen, zeigt Ihnen unsere Anleitung zum Ölen von Parkett. Im ersten Schritt hilft Ihnen der Entscheidungsbaum, unter Berücksichtigung des Bodenzustands (roh oder frisch geschliffen, werkseitig geölt oder geölt und im Gebrauch) richtig zwischen Erstölung, Nachölung und Teilölung zu wählen.
Erstölung, Nachölen oder Teilnachölen: Was braucht Ihr Boden?
Je nach aktuellem Zustand Ihres Parketts stehen Ihnen verschiedene Behandlungsarten zur Auswahl, die sich in puncto Aufwand und DIY-Eignung unterscheiden. Der folgende Entscheidungsbaum hilft Ihnen, zwischen einer Erstölung oder Ersteinpflege, einer kompletten Nachölung sowie einer stellenweisen Nachölung zu entscheiden. Orientieren Sie sich dafür einfach an der Empfehlung im jeweiligen Pfad, der dem Ausgangszustand Ihres Holzbodens entspricht.

* In unserem leicht verständlichen Detail-Ratgeber samt Anleitung erfahren Sie, wie Sie geöltes Parkett reinigen und pflegen.
Übrigens:
Nur werkseitig naturgeölte Parkettböden benötigen nach der Verlegung eine Ersteinpflege, um letzte minimale Lücken in der Schutzschicht vollständig zu schließen. Bei UV-geölten Holzböden ist dieser Pflegeschritt nicht nötig, denn hier sind die Oberfläche und die Poren bereits vollständig gesättigt. Der Boden wird nach der werkseitigen Ölung mit UV-Lampen bestrahlt, sodass eine ausgehärtete, wohnfertige Schutzschicht entsteht.
Ob Ihr Parkett geölt oder lackiert ist, gehört zu den wichtigsten Fragen in Bezug auf die Nachbehandlung. Öl würde auf einem versiegelten Boden eine schmierige, schmutzanfällige Schicht bilden, da es nicht in die Holzporen eindringen kann. Diesen unschönen Film bekommen Sie nur durch eine mühsame Behandlung mit einem Intensivreiniger wieder weg.
Ein vollständiges Abschleifen der bestehenden Lackschicht mit anschließender Erstölung ist möglich, allerdings nur im Rahmen einer Komplettsanierung zu empfehlen. Im Alltag ist dies zu aufwendig und ohnehin nicht nötig: Eine intakte Lackschicht schützt Ihr Parkett optimal vor Wasser und Schmutz, sodass grundsätzlich keine Nachbehandlung erforderlich ist.
Woran erkennen Sie, dass Ihr Parkett Öl braucht?
Ob Sie Ihr Parkett ölen müssen, zeigt sich an der Optik und Haptik des Holzbodens sowie an seinem Verhalten während des Wassertropfen-Tests. Falls mindestens ein Punkt der folgenden Checkliste auf Ihren Boden zutrifft, ist eine auffrischende Schutzbehandlung empfehlenswert:
- ▶︎ Wassertropfen perlen nicht mehr ab, sondern ziehen innerhalb weniger Minuten ein.
- ▶︎ Laufstraßen wirken grau oder matt.
- ▶︎ Matte, dunkle oder vergraute Stellen vor Sofa, Tür oder Küchenzeile sind erkennbar.
- ▶︎ Flecken entstehen schneller als zuvor.
- ▶︎ Die Oberfläche des Parkettbodens fühlt sich rau an.
- ▶︎ Der Boden wirkt stumpf, leblos und hat seine vorherige Farbbrillanz verloren.
- ▶︎ Feine, oberflächliche Kratzer treten weißlich hervor und sind deutlicher erkennbar als zuvor.
Tipp:
Führen Sie den Wassertropfen-Test an einer kaum begangenen Stelle und in einem stark begangenen Bereich im Raum durch, indem Sie einen winzigen Wassertropfen auf den Boden geben. Vergleichen Sie die Ergebnisse, um festzustellen, ob partielles Auffrischen ausreicht oder großflächiges Nachölen nötig ist.
Wie oft sollte man Parkett ölen?
Als Faustregel gilt: Bei normaler Nutzung und regelmäßigem nebelfeuchtem Wischen reicht eine Ölbehandlung pro Jahr im Normalfall aus. Ersetzen Sie den regulären Reiniger bei jeder vierten bis fünften Wischeinheit durch ein Pflegemittel mit Öl-Zusatz. Ziehen Sie dabei immer unseren umfangreichen Ratgeber zur richtigen Pflege und Reinigung von geöltem Parkett zurate.
Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, in welchen Abständen Holzböden wie Parkett geölt werden sollten.
Raum / Nutzung
Belastung
Nachölen mit Pflegeöl
Wischpflege mit Öl-Zusatz
Komplettrenovierung (Schliff + Erstölung)
Schlafzimmer, Gästezimmer
Gering
Alle 2–3 Jahre
Bei Bedarf (ca. alle 3–6 Monate)
Nach Zustand (oft erst nach 15–20 Jahren)
Wohnzimmer
Mittel
Ca. 1x pro Jahr
Bei jeder 4.–5. Wischpflege
Nach Zustand (im Wohnraum oft nach 10–15 Jahren)
Flur, Küche, Essbereich
Hoch
1–2x pro Jahr (Laufstraßen ggf. zwischendurch)
Regelmäßig bei jeder 2.–3. Unterhaltsreinigung
Nach Zustand (stärker beanspruchte Bereiche ggf. nach 8–12 Jahren)
Haushalt mit Kindern oder Hund
Hoch
1–2x pro Jahr (punktuelle Zonen flexibel öfter)
Regelmäßig bei jeder 2.–3. Unterhaltsreinigung
Nach Zustand (je nach Tiefe der Kratzer nach 8–12 Jahren)
Gewerbe, Ladengeschäft
Sehr hoch
Ca. 2x pro Jahr oder öfter
Standardmäßig bei fast jeder Feuchtreinigung
Häufiger erforderlich (je nach Frequenz alle 3–7 Jahre)
Bei den in der Tabelle genannten Intervallen handelt es sich lediglich um Richtwerte zur ersten Orientierung. Entscheidend ist immer die Pflegebedürftigkeit des Bodens, die Sie mit dem Wassertropfen-Test zuverlässig prüfen können. Schließlich ist jeder Belag individuellen Verschleißfaktoren ausgesetzt, wie der Nutzungsintensität, Ihrem persönlichen Wischverhalten und dem jeweiligen Raumklima.
Kurz gesagt:
Je höher die Nutzungsintensität, desto häufiger sollten Sie das Parkett nachölen und die reguläre Feuchtreinigung mit einer Wischpflege samt Öl-Zusatz statt mit dem herkömmlichen Reiniger durchführen. Berücksichtigen Sie dabei immer den aktuellen Zustand der schützenden Ölschicht, um unnötigem Aufwand vorzubeugen.
Welches Öl für welchen Zweck?
Wenn Sie das Parkettöl wählen, sollten Sie diese Entscheidung immer unter Berücksichtigung des werkseitigen Schutzsystems treffen. Das bedeutet: Behandeln Sie weiß geöltes Parkett mit weißem Pflegeöl (z. B. Berger-Seidle Brilliance OilCare Pflegeöl weiß) nach und naturgeöltes Parkett mit der farblosen Variante. Bei einem rohen und frisch verlegten oder frisch geschliffenen Holzboden können Sie die Oberflächenbehandlung entsprechend frei bestimmen.
Tipp:
Welches werkseitige System Ihr Boden aufweist, erfahren Sie in der Pflegeanleitung des Herstellers. Fragen Sie auch gerne telefonisch bei unseren Bodenexperten nach, falls Sie sich unsicher sind.
Produktart
Einsatzzweck
Verbrauch je Auftrag
Aufträge
Begehbar nach
Voll belastbar / überarbeitbar nach
Imprägnieröl (Classic BaseOil)
Tiefenimprägnierung bei der Erstölung
30–50 ml/m²
1–2
Ca. 10–12
Überarbeitbar nach 24 h
Öl-Wachs-Imprägnierung (Classic 100ProOil)
Erstölung mit dezenter, seidenmatter Optik
30–50 ml/m²
1–2
Ca. 10–12
Überarbeitbar nach 24 h
Hartwachsöl (Classic HardOil)
Strapazierfähige, matte Deckschicht (auch bei Warmwasser-Fußbodenheizung)
40–50 ml/m² (gerollt) / 30–50 ml/m² (gespachtelt)
2
6–10 h (je nach Applikation)
Zwischenschliff nach Trocknung über Nacht; voll belastbar nach 8–14 Tagen
Pflegeöl (Brilliance OilCare)
Regelmäßige Ersteinpflege & Nachölen von Gebrauchsflächen
5–20 ml/m²
1
Ca. 24 h (bzw. über Nacht)
Nach Trocknung voll nutzbar
Wischpflege mit Öl-Zusatz (Brilliance AquaOilCare)
Laufende Unterhaltsreinigung & Auffrischung (kein Ersatz für Nachölen)
0,2–0,3 l auf 8–10 l Wasser
Fortlaufend beim Wischen
Nach dem Trocknen der Feuchtigkeit
Sofort nach dem Trocknen
Halten Sie sich in jedem Fall an die Herstellerhinweise von Öl und Wachs für Parkett. In unserem Shop sind das Technische Merkblatt und das Sicherheitsdatenblatt an jedem Artikel als Download hinterlegt.
Was heißt oxidativ trocknend?
Den Hinweis "oxidativ trocknend" tragen Öle, die mit Sauerstoff aushärten. Diese Eigenschaft geht mit einer längeren Trocknungszeit und einer höheren Selbstentzündungsgefahr der getränkten Tücher einher.
Tipps für den sicheren Umgang:
Das oxidativ trocknende Öl im Kanister ist völlig harmlos. Damit dies auch für getränkte Tücher und Pads gilt, sollten Sie diese bis zur Entsorgung flach ausgebreitet aufbewahren (am besten im Freien) und nicht zusammenknüllen. Oder lagern Sie sie in einem luftdichten, mit Wasser gefüllten Behälter. Beachten Sie stets die Sicherheitshinweise des Herstellers.
Werkzeug und Material
Parkett ölen mit Anleitung ist nicht schwer, wenn Sie den Schritten exakt folgen. Legen Sie vorab die folgenden Utensilien bereit:
- ▶︎ Staubsauger: Unbedingt mit einer weichen Parkettdüse, damit der Sauger das freiliegende Holz vor dem Ölen nicht zerkratzt.
- ▶︎ Grundreiniger / Intensivreiniger: Nötig, um alte Schmutz- und Pflegerückstände vor der Nachbehandlung vollständig zu entfernen.
- ▶︎ Eimer und Wischer: Ein Schlingenmopp aus Baumwolle ist ideal.
- ▶︎ Öl passend zur Ausgangslage: Auf das bestehende System des Bodens abgestimmt (z. B. weißes Pflegeöl für weiß geöltes Parkett).
- ▶︎ Universal-Spachtel, Gummiwischer oder Rolle: Wichtig, um je nach Produkttyp einen gleichmäßigen Auftrag zu erzielen.
- ▶︎ Einscheibenmaschine mit Padhalter: In (fast) jedem Baumarkt zur Miete verfügbar.
- ▶︎ Pads für die Maschine: Beige Pads zum Einmassieren und weiße Pads zum rückstandslosen Auspolieren des Parkettöls.
- ▶︎ Fusselfreie Poliertücher: Universell einsetzbar zum manuellen Nacharbeiten an Ecken und Rändern oder beim Auspolieren unter das weiße Pad gelegt, um überschüssiges Öl restlos aufzusaugen.
- ▶︎ Malerkrepp: Zum Abkleben der Übergänge und Sockelleisten.
- ▶︎ Handschuhe: Wichtig, um unangenehmen Ölrückständen an den Händen vorzubeugen.
- ▶︎ Eimer mit Wasser für getränkte Tücher: Ein Muss, um die getränkten Tücher ohne Entzündungsgefahr bis zur Entsorgung aufbewahren zu können.
- ▶︎ Hygrometer: Zum Messen der Luftfeuchtigkeit im Raum, die für eine optimale Trocknung des Öls idealerweise bei ca. 50 % rF liegen sollte.
Anleitung: Rohes oder frisch geschliffenes Parkett ölen
Eine fachgerechte Erstölung bildet die Basis für eine möglichst lange Lebensdauer Ihres Bodens.. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen genau, wie Sie dabei vorgehen.
Hinweis:
Mit einer gemieteten Einscheibenmaschine und handwerklichem Geschick ist die Erstölung von Parkett für Laien gut durchführbar. Sehr weitläufige Flächen, verwinkelte Räume oder die Schutzbehandlung von anspruchsvollen Hölzern (z. B. Weich- und Tropenhölzer) sollten Sie hingegen einem Fachbetrieb überlassen, denn in diesen Fällen sind spezielle Abläufe und Herstellerhinweise zu beachten.
Raumklima prüfen: Das ideale Klima für das Ölen von Parkettboden ist laut der typischen Herstellerhinweise circa 23 °C Raumtemperatur und ungefähr 50 % relative Luftfeuchtigkeit. Dies ist entscheidend, denn abweichende Werte können den Trocknungsprozess beeinträchtigen. Falls eine Warmwasser-Fußbodenheizung vorhanden ist, sollten Sie diese rechtzeitig vorher herunterregeln.
Feinschliff und Staubentfernung: Um die Oberfläche optimal für die Schutzbehandlung vorzubereiten, sollten Sie das Parkett schleifen. Nutzen Sie eine Schleifscheibe mit einer Körnung von 100–120 und saugen Sie die Fläche danach gründlich ab. Wichtig: Wischen Sie einen rohen, noch ungeschützten Holzboden nie feucht.
Öl satt auftragen: Nehmen Sie nun einen rostfreien Spachtel oder eine geeignete Walze (z. B. BergerTool Wischwiesel inklusive Fellbezug) zur Hand und tragen Sie das Öl abschnittsweise auf. Arbeiten Sie "nass in nass", um ein gleichmäßiges Ergebnis ohne Ansätze zu erhalten. Zur Orientierung: Der Verbrauch von klassischem Imprägnieröl liegt bei dem beliebten Parkett aus Eiche bei circa 30–50 ml/m².
Einwirken lassen: Nach dem Auftrag sollten Sie dem Öl ungefähr 15 bis 20 Minuten Zeit geben, um tief in das Holz einzuziehen. Behalten Sie den Boden im Blick. Falls einige Stellen das Öl besonders schnell aufsaugen und matt erscheinen, sollten Sie dort mit einer zusätzlichen dünnen Schicht nacharbeiten.
Überschuss abnehmen und auspolieren: Dieser Schritt ist wichtig, da ohne die vollständige Aufnahme von überschüssigem Parkettöl ein klebriger, glänzender Film zurückbleiben kann. Fahren Sie daher mit der Einscheibenmaschine und einem weißen Pad oder beigefarbenen Pad über die Fläche, um Reste auszupolieren. An Ecken und Rändern erledigen Sie dies manuell mit einem Poliertuch.
Wichtig:
In Öl getränkte Tücher, Pads und Schleifstaubreste können sich selbst entzünden, da bei der oxidativen Trocknung Wärme entsteht. Befeuchten Sie die Materialien daher nach abgeschlossener Arbeit und lassen Sie sie ausgebreitet trocknen oder bewahren Sie die Utensilien bis zur Entsorgung in einem luftdichten Behälter auf.
Zweiter Auftrag (vom Produkt abhängig):
- Bei reinem Imprägnieröl: Tragen Sie das Öl nach 24 Stunden erneut auf. Dass der Parkettboden in diesem Durchgang deutlich weniger aufnimmt, ist normal.
- Bei Hartwachsöl: Der Auftrag erfolgt in zwei Schichten á circa 40–50 ml/m². Tragen Sie die erste Schicht auf, führen Sie nach ungefähr 15 bis 18 Stunden einen feinen Zwischenschliff durch, saugen Sie die Fläche nochmal ab und tragen Sie dann die zweite Schicht auf.
Trocknen und Schonzeit einhalten: Warten Sie mindestens 10 bis 12 Stunden, bevor Sie das geölte Parkett vorsichtig begehen. Hartwachsöl ist erst nach 8 bis 14 Tagen vollständig ausgehärtet (bei idealem Raumklima 23 °C und 50 % rF). Legen Sie vor Ablauf dieses Zeitraums keine Teppiche aus und stellen Sie Möbel nur behutsam und mit Filzgleitern versehen auf den Boden. Ausschlaggebend für die Trocken- und Schonzeit sind immer die Herstellerhinweise.
Tipp:
Wischen Sie in der ersten Woche nach der Erstölung nicht feucht, denn in dieser Zeit ist der Boden noch sehr wasserempfindlich.
Anleitung: Geöltes Parkett nachölen
Die Nachbehandlung von Parkett im Verlauf der Nutzungszeit ist etwas einfacher, da Sie die Schutzwirkung des Öls nur auffrischen. Halten Sie sich dabei an die folgenden fünf Schritte.
Tipp:
Vergraute Laufstraßen können Sie bei geöltem Parkett stellenweise nachbehandeln. Indem Sie das Pflegeöl an den Rändern dünn auslaufen lassen und die Dielen in Faserrichtung polieren, erzielen Sie einen nahtlosen Übergang zum Rest der Fläche – ohne sichtbare Ränder.
Grundreinigung durchführen
Entfernen Sie Schmutz und Pflegemittelreste rückstandslos vom Boden, indem Sie ihn gründlich mit einem Intensivreiniger für Parkett (z. B. Berger-Seidle Brilliance Cleaner L94) säubern. Schleifen Sie vergraute Laufstraßen nach der Reinigung leicht und vorsichtig an, gemäß den Angaben zu Pad und Körnung im Technischen Merkblatt des Pflegeöls. Saugen Sie den Schleifstaub anschließend gründlich ab.
Vollständig trocknen lassen
Lassen Sie den Holzboden nach der Intensivreinigung vollständig trocknen, am besten über Nacht. Beim Auftragen der schützenden Pflege darf keine Restfeuchte mehr im Boden vorhanden sein, da das Öl sonst nicht vollständig einziehen kann.
Pflegeöl dünn auftragen
Tragen Sie das Pflegeöl (z. B. Berger-Seidle Brilliance OilCare Pflegeöl natur für naturgeöltes Parkett) sparsam auf. Es wird hierfür dünn auf den Boden aufgetropft oder aufgesprüht. Es gilt der Grundsatz: Lieber zu dünn als zu dick, da andernfalls ein klebriger Film zurückbleiben kann. Bei richtigem Vorgehen ist der Verbrauch mit circa 5–20 ml/m² entsprechend gering.
Sofort auspolieren
Beginnen Sie direkt nach dem Auftrag damit, das Pflegeöl auszupolieren und somit tief in die Holzfaser einzubringen. Nutzen Sie dafür ein weißes oder beigefarbenes Pad auf der Einscheibenmaschine beziehungsweise ein Poliertuch für Ecken und Ränder.
Trockenzeit beachten
Lassen Sie den Boden nun mindestens 12 Stunden lang trocknen, bevor Sie ihn vorsichtig betreten. Richten Sie sich immer nach den Herstellerhinweisen zur Trockenzeit des jeweiligen Öls.
Wichtig:
Den normalen Parkettreiniger regelmäßig durch eine Wischpflege mit Öl-Zusatz auszutauschen (Häufigkeit auf Belastungsgrad abstimmen), ist für einen langfristig schönen Holzfußboden wichtig. Dies ersetzt jedoch nicht die Nachbehandlung mit einem Pflegeöl, wie die Hersteller selbst betonen. Als Pflegemittel für geöltes Parkett ist somit beides wichtig.
Selbst ölen oder ölen lassen? Kosten im Vergleich
Die Nachbehandlung von geölten Landhausdielen, geöltem Fischgrätparkett oder einem anderen Parkett mit dieser Art des Oberflächenschutzes selbst durchzuführen, ist mit handwerklichem Geschick gut möglich. Neben ausreichend Zeit sollten Sie dabei die Ausgaben für die nötigen Utensilien einkalkulieren. Die folgende Tabelle stellt die DIY-Kosten und die durchschnittlichen Preise von Fachbetrieben vergleichend gegenüber, beispielhaft für eine Fläche von 30 m2.
Kostenrechnung für das Ölen einer Parkettfläche von 30 m²
Posten
Erstölung selbst (nach dem Schliff)
Nachölen selbst
Fachbetrieb
Öl
ca. 111 €
(Hartwachsöl, Verbrauch 2 × 40–50 ml/m² = 3 Liter à 36,95 €)
36,95 €
(Classic HardOil, 1 Liter reicht vollständig und verbleibt als Reserve)
Im Gesamtpreis einkalkuliert, meist kein einzelner Posten.
Pads und Tücher
ca. 30 €
(1x beigefarbenes Pad à 8,30 €, 2x weiße Pads à 7,70 € + 1x Poliertuch à 5,95 €)
ca. 21 €
(2x weißes Pad à 7,70 € für Einarbeitung + 1x Poliertuch à 5,95 €)
Im Gesamtpreis einkalkuliert, meist kein einzelner Posten.
Miete für die Einscheibenmaschine
ca. 60 €
(Einscheibenmaschine für 2 Tage Miete à ca. 30 €/Tag)
ca. 30 €
(Einscheibenmaschine für 1 Tag Miete)
Im Gesamtpreis einkalkuliert, meist kein einzelner Posten.
Zeitaufwand
2 Tage
(plus anschließende Schonzeit gemäß Herstellerangaben)
ca. ein halber Tag
(plus Trocknung über Nacht)
ca. 1 bis 2 Tage
(je nach Trocknungsphasen des Profi-Öls)
Summe
ca. 201 €
(reine Material- & Mietkosten ohne Schleifen)
ca. 87,95 €
Kosten je nach Leistungsumfang:
Nur Ölen: 150 € – 900 € (ca. 5–30 €/m²)
Schleifen & Ölen: 600 € – 1.500 €+ (ca. 20–50 €/m²)
Hinweis:
Die Endpreise für die Materialien können im Einzelfall abweichen. Die Preise von Fachbetrieben schwanken zudem stark je nach Region und Komplexität des Auftrags. Führen Sie vor der verbindlichen Auftragsvergabe immer einen gründlichen Angebotsvergleich von Dienstleistern in Ihrer näheren Umgebung durch.
Schätzen Sie Ihre handwerklichen Fähigkeiten ehrlich ein. Neben den Kosten wirkt sich Ihre Wahl zwischen DIY oder Fachbetrieb auf weitere Aspekte aus. Die folgenden Punkte dienen Ihnen als schnelle Entscheidungshilfe.
Zeitaufwand & Flexibilität
Selbermachen
Sie müssen viel Zeit für die Materialbeschaffung, die Abholung und den Rücktransport der Einscheibenmaschine sowie die Ölbehandlung einplanen. Während das Nachölen meist an einem halben Tag erledigt ist, kann die Erstölung inklusive der Trocknungsphasen mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Fachbetrieb
Professionelle Dienstleister arbeiten effizient und stellen selbst weitläufige Flächen schnell fertig, während Sie sich anderen Angelegenheiten widmen können. Je nach Auslastung müssen Sie in einigen Fällen aber mit einer Vorlaufzeit für die Terminvergabe rechnen.
Umgang mit der Maschine
Selbermachen
Eine schwere Einscheibenmaschine zu führen, erfordert Kraft, Kontrolle und etwas Übung. Wird sie beim Starten oder Führen falsch gehalten, kann sie ausbrechen und Schäden im Holz oder an den Wänden hinterlassen.
Fachbetrieb
Maschinen zur Bodenbearbeitung sind für Profis täglich genutzte Arbeitsgeräte. Bedienfehler und daraus resultierende Schäden am Parkett sind bei der Beauftragung eines qualifizierten Betriebs so gut wie ausgeschlossen.
Qualität des Endergebnisses
Selbermachen
Wenn Sie mithilfe unserer Anleitung Parkett ölen, folgen Sie einem ordnungsgemäßen Ablauf. Zusammen mit Ihrem handwerklichen Geschick können Sie ein sehr gutes Ergebnis erzielen. Bei Laien bleibt das Fehlerpotenzial aber grundsätzlich erhöht.
Fachbetrieb
Sofern Sie einen zuverlässigen Dienstleister beauftragt haben, erhalten Sie ein gleichmäßiges und makelloses Endergebnis auf höchstem Qualitätsniveau.
Gewährleistung & Sicherheit
Selbermachen
Fehler beim Ölen von Parkett können aufwendige Nacharbeiten erforderlich machen. Müssen grobe Makel (z. B. ein angetrockneter Ölfilm) durch einen Profi behoben oder der Boden neu geschliffen werden, steigen die Kosten nachträglich stark an.
Fachbetrieb
Es greift die gesetzliche Gewährleistung, nach der Handwerksbetriebe bei einem mangelhaften Ergebnis kostenlos nachbessern müssen. Sie genießen somit mehr Sicherheit.
Typische Fehler, wenn Sie Parkett ölen – und die passende Lösung
Wenn Sie Ihr Parkett ölen und unserer Anleitung Schritt für Schritt folgen, erhalten Sie ein optimales Resultat. Sollten Sie dennoch Schönheitsfehler auf dem frisch behandelten Boden erkennen, lassen sich diese meist leicht beheben. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die typischen Fehler, woran Sie sie erkennen und wie Sie sie fachgerecht beheben.
Symptom
Mögliche Ursache
Fachgerechte Lösung
Oberfläche klebt nach Tagen noch
Zu viel Öl aufgetragen, der Überschuss wurde nicht rechtzeitig abgenommen (Pfützenbildung) oder der Raum ist zu kalt bzw. schlecht belüftet.
Die klebrige Schicht mit einem grünen Pad und etwas frischem Öl (oder speziellem Lösemittel) anlösen. Den Überschuss sofort restlos mit einem Tuch abnehmen. Danach den Raum auf das ideale Klima von ca. 23 °C bringen und regelmäßig stoßlüften, da das Öl Sauerstoff zum Aushärten braucht.
Oberfläche ist fleckig, ungleichmäßig matt
Das Öl wurde ungleichmäßig aufgetragen oder das Holz hat das Öl stellenweise (je nach Saugfähigkeit) unterschiedlich stark aufgenommen.
Die gesamte Fläche mit einem beigefarbenen oder weißen Pad nachpolieren. Sichtbar trockene, matte Stellen noch einmal hauchdünn mit Öl nacharbeiten.
Glänzende Inseln erkennbar
Überschüssiges Öl ist an der Oberfläche angetrocknet und hat einen Film gebildet, statt tief in das Holz einzuziehen.
Die glänzenden Stellen mit einem Pad (manuell oder mithilfe einer Einscheibenmaschine) vorsichtig abtragen und mattieren.
Sichtbare Ränder nach dem Teilnachölen
Das Öl ist an den Randbereichen nicht sanft ausgelaufen oder es wurde quer zur Holzmaserung poliert.
Die betroffenen Abschnitte von Fuge zu Fuge dünn nachölen, am Rand auslaufen lassen und in Faserrichtung auspolieren.
Laufstraßen schnell wieder grau oder klebriger Grauschleier
Schutzschicht abgetragen: Pflegeintervall zu lang, sodass die Poren offen sind und Schmutz ansammeln.
Oder Schichtaufbau: Nur Feuchtreinigung mit Wischpflege mit Öl-Zusatz durchgeführt ohne Tiefenreinigung.
Eine Grundreinigung mit Parkett-Intensivreiniger durchführen, um alte Pflegeschichten und festsitzenden Schmutz restlos zu lösen. Nach vollständiger Trocknung frisches Pflegeöl dünn auftragen und auspolieren.
Abdrücke von Teppich oder Möbeln sichtbar
Der Boden wurde zu früh belastet, als das Öl im Inneren des Holzes noch nicht vollständig durchgehärtet war.
Die Abdrücke mit einem Pad und einer minimalen Menge an Pflegeöl sanft auspolieren. Unbedingt die Herstellerangaben zur Trocknungszeit und vollständigen Belastbarkeit sowie Auslegung von Teppichen beachten.
Sie sind unsicher, welches Öl zu Ihrem Boden passt?Unsere Bodenexperten helfen Ihnen im Rahmen einer telefonischen Beratung (Mo–Fr 8:00–16:30 Uhr) gerne bei der Auswahl des richtigen Pflegeprodukts. Mehr erfahren |
Häufige Fragen: So können Sie Ihr Parkett ölen
Ja, wenn das verwendete Öl zum vorhandenen System passt (z. B. weißes Öl für einen weiß geölten Parkettboden), können Sie einfach nachölen. Befreien Sie den Boden vorab mit einem Intensivreiniger von jeglichen Rückständen. Bei Wachsresten oder unbekanntem System sollten Sie das Resultat zunächst an einer unauffälligen Stelle testen.
Wichtig: Tragen Sie Öl nie auf lackiertem Parkett auf, da es aufgrund der Versiegelung nicht in das Holz eindringen kann und sich als schmierige Schicht absetzt.
Geöltes Parkett ist im Normalfall nach ca. 10–12 Stunden vorsichtig begehbar, sofern ideale klimatische Bedingungen von 23 °C und ca. 50 % relative Luftfeuchtigkeit im Raum herrschen. Kälte kann den Trocknungsprozess verlängern. Das Auslegen von Teppichen und die volle Belastung ist typischerweise nach ca. 8–14 Tagen möglich (Hartwachsöl). Ausschlaggebend sind immer die Herstellerangaben zur Trocknungszeit.
Ja, Sie können UV-geöltes Parkett mit einem vom Hersteller freigegebenen Pflegeöl nachbehandeln. Eine Ersteinpflege ist – anders als bei naturgeölten Holzböden – nicht nötig, da die Oberfläche und die Holzporen bereits werkseitig gesättigt und wohnfertig geschützt sind.
Nie nachgeöltes Parkett verliert seinen Schutz gegen Schmutz und Wasser, was zu irreparablen Schäden führen kann. Flecken entstehen leichter und die Laufstraßen vergrauen zunehmend. Zudem wirkt der Boden mit der Zeit leblos und stumpf, da Pflegeöl die Holzfarbe anfeuert. Dann hilft meist nur noch ein aufwendiges Abschleifen der gesamten Fläche. Wer regelmäßig nachölt, spart die hohen Renovierungskosten.
Nein, davon raten wir als Bodenexperten ab. Reines Leinöl trocknet langsam (ohne Trocknungsstoffe mehrere Wochen) und kann vergilben oder einen klebrigen Film bilden. Speiseöl wird mit der Zeit ranzig. Spezielles Parkettöl hingegen zieht tief in das Holz ein, trocknet schneller und schützt den Holzboden optimal vor äußeren Einwirkungen wie Wasser, Schmutz und Abrieb.
Nein, denn das Öl kann nicht durch die Lackschicht in das Holz eindringen und setzt sich als schmieriger, schmutzanfälliger Film ab. Im Alltag erfordert Parkett mit intaktem Lack ohnehin keine Nachbehandlung. Erst wenn die Versiegelung sichtbare Schäden aufweist, lohnt es sich bei einem gewünschten Wechsel des Oberflächenschutzes, den Lack vollständig abzuschleifen und eine Erstpflege mit Parkettöl durchzuführen.