Parkett schwimmend verlegen – Anleitung

Schwimmend verlegtes Parkett ist nicht nur einfach zu installieren, sondern auch rückstandslos demontierbar. Dennoch bietet es die exzellente Langlebigkeit, die Sie von einem Holzboden erwarten dürfen. Mit der richtigen Vorgehensweise und handwerklichem Geschick können Sie es problemlos selbst verlegen.

Diese Anleitung zur schwimmenden Verlegung von Parkett enthält alle wichtigen DIY-Schritte, Normen und Voraussetzungen, die Sie für ein makelloses Ergebnis beachten sollten. Zudem erfahren Sie mehr über die Unterschiede zur vollflächigen Verklebung von Parkett.

Inhaltsverzeichnis

Was ist schwimmendes Parkett?

Parkett wird als „schwimmend" bezeichnet, wenn es lose verlegt wird und somit nur auf dem Untergrund aufliegt. Eine feste Verbindung zum Unterboden mit Parkettkleber oder Nägeln erfolgt bei dieser Verlegeart nicht.

Seine Stabilität erhält ein schwimmend verlegter Parkettboden durch die feste Verbindung der einzelnen Dielen miteinander (per Klicksystem oder Nut-Feder-Verbindung). Dadurch entsteht eine lückenlos geschlossene Fläche.

Aber: Nicht alle Böden sind für die schwimmende Verlegung geeignet (u. a. Massivparkett), da die Kanten der Dielen hierfür ein entsprechendes Profil aufweisen müssen.

Tipp Einen Hinweis zur Verlegemöglichkeit finden Sie auf den einzelnen Artikelseiten in unserem Shop. Oder filtern Sie von vornherein nach Parkettböden, die schwimmend verlegt werden können.

Wann ist es sinnvoll, Parkett schwimmend zu verlegen?

Schwimmend verlegtes Parkett ist bei einem knappen Budget oder Zeitdruck sinnvoll, da die Verlegung günstig und der Boden sofort begehbar ist. Die folgende Auflistung zeigt alle Vorteile dieser Verlegeart auf einen Blick.

1

Kostengünstige Verlegung

Die Verlegung soll möglichst kostengünstig sein: Professionelle Bodenleger berechnen für die schwimmende Verlegung von Parkettboden im Durchschnitt 20 € bis 35 € pro Quadratmeter und damit deutlich weniger als für die vollflächige Verklebung (circa 30 € bis 50 € pro Quadratmeter).

2

DIY-freundlich

Sie möchten die Verlegung selbst durchführen: Die DIY-Verlegung von schwimmendem Parkett ist auch für Laien gut machbar, da keine Verklebung mit dem Untergrund erfolgt. Schließlich setzt vollflächig verklebtes Parkett ein deutlich höheres Maß an handwerklichem Know-how voraus, da es Fehler weniger verzeiht.

3

Schneller Abschluss

Sie möchten das Projekt schnell abschließen: Die schwimmende Verlegung ist zeitsparend und auch für Laien innerhalb weniger Tage zu bewerkstelligen – je nach Größe der Fläche. Sobald der Parkettboden verlegt ist, können Sie ihn sofort begehen und belasten.

4

Niedrige Aufbauhöhe

Sie möchten Türkürzungen vermeiden: Parkettböden für die schwimmende Verlegung weisen in der Regel eine niedrigere Aufbauhöhe auf als Massivparkett. Sie sind daher eine gute Wahl für Renovierungen mit festen Höhenvorgaben.

5

Unkomplizierte Untergrundvorbereitung

Die Untergrundvorbereitung soll unkompliziert sein: Sie müssen den Altbelag für die schwimmende Verlegung nicht entfernen, sofern er in gutem Zustand ist und es sich nicht um einen textilen Belag handelt. Kleinere Unebenheiten kaschiert das lose aufliegende Parkett zuverlässig.

6

Mieterfreundlich

Sie wohnen zur Miete: Eine Absprache mit dem Vermieter ist bei dieser Verlegeart im Normalfall nicht erforderlich, da Sie schwimmendes Parkett bei Auszug wieder rückstandlos entfernen können.

7

Wiederverwendbar

Sie möchten das Parkett wiederverwenden: In einigen Fällen können Sie schwimmend verlegtes Parkett, oder zumindest einen Teil davon, nach dem Rückbau erneut verlegen. Dies erfordert allerdings eine behutsame Demontage, damit das Kantenprofil und die Dielen selbst intakt bleiben.

Wichtige Voraussetzungen für die schwimmende Verlegung: Klima, Akklimatisierung, Untergrund-Check

Untergrundvorbereitung

Optimales Raumklima

Die Raumtemperatur liegt zwischen 18 °C und 22 °C liegen, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 % bis 60 % (mind. 48 Stunden stabil vor Beginn der Verlegung).

Akklimatisierung des Bodens

Das Parkett lag vor der Verlegung mindestens 48 Stunden lang im Verlegeraum (flach, in geschlossener Verpackung) und konnte sich an das Raumklima gewöhnen.

Untergrund in gutem Zustand

Der Untergrund ist sauber, tragfähig, staubfrei, fest und rissfrei. Eventuell nötige Grundierungs- oder Spachtelarbeiten wurden vorgenommen.

Untergrund ist eben

Die Ebenheit des Untergrunds wurde geprüft (Richtlatte 2 m). Die Abweichungen liegen innerhalb der DIN-Grenzen.

Untergrund ist trocken

Eine fachgerechte CM-Messung zeigt, dass die vorhandene Restfeuchte im Untergrund innerhalb der materialabhängigen Grenzwerte liegt (siehe Tabelle unten).

Dampfbremse aufgebracht (sofern nötig)

Bei Estrich und anderen mineralischen Untergründen wurde eine Dampfbremse mit einem sd-Wert von ≥ 100 m errichtet (gegebenenfalls Kombi-Unterlage).

Raum ist vorbereitet

Der Verlegeraum ist leer, die Türen sind ausgehängt und die Sockelleisten wurden entfernt.

Verlauf ist festgelegt

Die Verlegerichtung des Parketts wurde unter Berücksichtigung des Lichteinfalls und der gewünschten Raumwirkung bestimmt.

Dehnungsfugen sind eingeplant

An den Rändern und zu allen unbeweglichen Bauteilen hin (z. B. Heizungsrohre) ist eine Dehnungsfuge von 10 mm bis 15 mm eingerichtet. Abstandskeile mit entsprechender Breite sind platziert.

Tabelle: CM-Grenzwerte & DIN 18202-Ebenheit

Un­ter­grund­typ

Be­heizt

CM-Grenz­wert (max.)

Hin­weis

Ze­ment­est­rich (ZE)

nein

≤ 2,0 CM-%

Bei FBH spä­ter ef­fi­zi­en­ter mit ver­kleb­tem Auf­bau.

Ze­ment­est­rich (ZE)

ja

≤ 1,8 CM-%

Auf­heiz-/Ab­kühl­pro­to­koll ein­hal­ten.

Cal­ci­um­sul­fat / An­hy­drit (AE)

nein

≤ 0,5 CM-%

Ober­flä­chen sin­ter­frei, ggf. schlei­fen/grun­die­ren.

Cal­ci­um­sul­fat / An­hy­drit (AE)

ja

≤ 0,3 CM-%

Feuch­te be­son­ders kri­tisch bei schwim­men­der Ver­le­gung.

Werkzeug & Material für die schwimmende Verlegung – was Sie wirklich brauchen

Werkzeuge
  • Maßband
  • Bleistift
  • Abstandskeile (ca. 40 Stk für einen quadratischen Raum mit 20 m2)
  • Zugeisen
  • Schlagklotz
  • Gummihammer
  • Säge
  • Cutter
  • Klebeband
  • Richtlatte
  • Sockelleisten (ca. 18 m für einen quadratischen Raum mit 20 m2)
  • ggfls. Abdeckrosetten und Übergangsprofile
  • Dampfbremse: PE-Folie oder Trittschallunterlage mit integrierter Dampfbremse
  • Trittschalldämmung (Menge auf die Quadratmeterzahl abgestimmt)

Vorbereitung: Dampfbremse & Trittschallunterlage auswählen

Wenn Sie sich für Massivparkett oder Mehrschichtparkett entscheiden, wählen Sie einen deutlich leiseren Belag als Laminat oder Fliesen. Bei der schwimmenden Verlegung ist jedoch spezielles Zubehör erforderlich, um den Boden optimal gegen Feuchtigkeit zu schützen und eine angenehme Akustik zu gewährleisten.

Dampfbremse gegen Feuchtigkeit

Dampfbremse

Eine Dampfbremse in Form einer PE-Folie ist nur nötig, wenn Sie das Parkett schwimmend auf einem mineralischen Untergrund, wie beispielsweise Estrich, verlegen. Die Folie hält den aufsteigenden Wasserdampf ab. So beugen Sie Schimmelbildung vor und schützen die Parkettdielen vor Beschädigung.

Verlegung der Dampfbremse:

  • Reinigen Sie den Untergrund.
  • Legen Sie die PE-Folie auf der gesamten Fläche aus.
  • Stellen Sie sicher, dass sich die Bahnen um mindestens 10 cm überlappen und die Folie an den Wänden mindestens 2 cm hoch steht.
  • Kleben Sie die Nähte und Anschlüsse mit Klebeband ab.

Einige Trittschallunterlagen verfügen über eine integrierte Dampfbremse, wie beispielsweise die Dämmunterlage Vinsound Plus inklusive Dampfbremse aus unserem Shop. In diesem Fall ist eine zusätzliche PE-Folie nicht erforderlich. Beachten Sie hierbei stets die Herstellerangaben.

Was sagt die CM-Messung aus?

Die CM-Messung gibt Aufschluss über die vorhandene Restfeuchte im Untergrund (z. B. Estrich). Die Durchführung erfolgt per Calciumcarbid-Methode (CM), bei der Bodenproben entnommen und in einem speziellen CM-Messgerät geprüft werden.

Was ist der sd-Wert bei Dampfbremsen?

Der sd-Wert gibt an, in welchem Maße die Dampfbremse aufsteigenden Wasserdampf abhält. Je höher der Wert ist, desto stärker ist die dampfbremsende Wirkung. Die Abkürzung sd steht für Wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicke.

Was ist eine Dehnungsfuge?

Eine Dehnungsfuge ist eine gewollte Lücke zwischen dem Parkettboden und der Wand sowie hin zu unbeweglichen Bauteilen. Sie gibt dem Belag ausreichend Freiraum, um sich schadensfrei auszudehnen und zusammenzuziehen.

Trittschalldämmung für eine gute Akustik

Trittschalldaemmung

Im Gegensatz zu vollflächig verklebtem Fischgrätparkett, Stabparkett oder anderen massiven Parkettarten, ist schwimmend verlegtes Parkett nicht fest mit dem Untergrund verbunden. Zwischen dem Untergrund und dem Oberbelag bleibt eine Lücke zurück, die beim Begehen Tritt- und Gehschall erzeugt.

Eine Trittschalldämmung ist bei der schwimmenden Verlegung somit wichtig, da sie für eine angenehm leise Akustik sorgt. Sie ist aus unterschiedlichen Materialien wie PE-Schaum, PU-Schaum oder Gummi erhältlich, die sich in Bezug auf die Anwendungsbereiche und physikalischen Eigenschaften unterscheiden.

Wichtig: Nicht alle Trittschalldämmungen sind für Parkett auf einer Fußbodenheizung geeignet, da es hier regelmäßig zu Temperaturschwankungen kommt. Das Dämmmaterial sollte daher explizit für diesen Anwendungsbereich freigegeben und leitfähig sein, um eine effiziente Wärmeübertragung zu gewährleisten.

Verlegung der Trittschalldämmung:

  • Reinigen Sie den Untergrund beziehungsweise achten Sie darauf, dass die Dampfbremse ordnungsgemäß liegt (bei mineralischem Untergrund).
  • Rollen Sie die Dämmmatte aus und schneiden Sie sie mit dem Cuttermesser entsprechend der Raumform zurecht.
  • Stellen Sie sicher, dass sich die Bahnen nicht überlappen.
  • Kleben Sie die Nähte mit Klebeband ab.

Eine Trittschalldämmung mit integrierter Dampfbremse erspart Ihnen einen Zwischenschritt, da Sie in diesem Fall keine zusätzliche PE-Folie auslegen müssen. Die Dämmunterlage Vinsound Plus beispielsweise mindert nicht nur den Tritt- und Gehschall, sondern hält auch aufsteigenden Wasserdampf zuverlässig ab.

Was ist der Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall?

Trittschall bezeichnet die Geräusche, die beim Begehen eines Bodens in den anliegenden Räumen zu hören sind. Gehschall hingegen bezieht sich auf die Raumakustik und beschreibt die Geräusche, die beim Gang über den Boden im Raum selbst zu hören sind.

Verlegung: Schritt-für-Schritt-Anleitung für schwimmendes Parkett

Nachdem Sie die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen haben, können Sie mit der eigentlichen Verlegung beginnen. Legen Sie dazu Ihr Werkzeug und die Bodendielen bereit. Der folgende DIY-Guide begleitet Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – vom ersten Auslegen bis zu den Abschlussarbeiten.

Erste Reihe verlegen
1

Erste Reihe verlegen

  • Dauer: circa 10 Minuten, je nach Erfahrung und Geschick
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Nötiges Werkzeug: Abstandskeile, Parkettboden, Bleistift, Säge, Gummihammer, Schlagholz, Zugeisen

Platzieren Sie die Abstandskeile an den Rändern, sofern diese nicht bereits liegen. So stellen Sie sicher, dass Sie die nötige Dehnungsfuge von 10 bis 15 mm an allen Seiten und am Übergang zu beweglichen Bauteilen einhalten.

Legen Sie nun die erste Diele mit der Nutseite zur Wand in die Reihe. Fahren Sie anschließend mit den übrigen Parkettstücken fort, um die erste Reihe zu vervollständigen. Stecken Sie die Dielen dabei jeweils stirnseitig ineinander und klopfen Sie behutsam mit Gummihammer und Schlagholz nach.

Das letzte Stück müssen Sie auf die nötigen Maße kürzen, unter Berücksichtigung der Dehnungsfuge am Rand. Markieren Sie die Schnittstelle mit dem Bleistift, sägen Sie die Diele entsprechend zu und fügen Sie sie anschließend mithilfe des Zugeisens ein.

Weitere Reihen verlegen
2

Restliche Reihen verlegen

  • Dauer: mehrere Stunden, je nach Fläche, Erfahrung und Geschick
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Nötiges Werkzeug: Abstandskeile, Parkettboden, Bleistift, Säge, Gummihammer, Schlagholz, Zugeisen

Nehmen Sie das Reststück aus der ersten Reihe zur Hand und fügen Sie es als erste Diele der zweiten Verlegereihe ein. Gehen Sie in allen folgenden Reihen ebenso vor, jeweils unter Berücksichtigung der Dehnungsfuge am Rand.

Der Fugenversatz, also der Abstand zwischen den Stößen aufeinanderfolgender Reihen, sollte 30 cm bis 40 cm betragen. Dies erhöht die Stabilität der Gesamtstruktur.

Achten Sie während der Verlegung auf der Fläche stets darauf, die Dielen stirn- und längsseitig mit dem Gummihammer und Schlagholz zu fixieren. So entsteht eine fugendichte Verbindung zwischen den einzelnen Parkettstücken.

Weitere Reihen verlegen
3

Abschlussarbeiten vornehmen

  • Dauer: mehrere Stunden, je nach Raumumfang, Erfahrung und Geschick
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Nötiges Werkzeug: Sockelleisten, ggfls. Abdeckrosetten und Übergangsprofile

Nachdem Sie die schwimmende Verlegung im gesamten Raum abgeschlossen haben, können Sie die Abstandskeile entfernen. Die Lücken decken Sie durch die Montage der Sockelleisten ab.

Schneiden Sie die Sockelleisten hierfür jeweils auf die nötige Länge zu und befestigen Sie sie an der Wand. Je nach Art und Material ist dies mit Kleber, Clips, Schienen oder einem anderen Befestigungssystem möglich.

Als letzten Schritt decken Sie den Übergang an der Tür (mit einem Übergangsprofil) sowie die Anschlüsse zu Heizungsrohren und Co. (mit Abdeckrosetten) ab. Nun ist der schwimmend verlegte Parkettboden sofort begehbar und vollständig belastbar.

Grundregeln zu Dehnungsfugen & Feldgrößen

Da bei einem schwimmenden Parkettboden keine feste Verbindung zum Untergrund besteht, ist er stärker in Bewegung als ein vollflächig verklebter Boden. Entsprechend wichtig sind Dehnungsfugen in angemessener Breite, Verteilung und Anzahl, um Spannungen am Übergang zu unbeweglichen Bauteilen und Wänden zu verhindern.

Grundregeln

1

Breite der Deh­nungs­fuge:

Min­des­tens 5 mm in Räu­men mit bis zu 5 m Wand­län­ge, für jeden wei­te­ren Me­ter ist 1 mm hin­zu­zu­rech­nen (Bei­spiel: 7 mm Deh­nungs­fu­ge bei ei­ner Wand­län­ge von 7 m).

2

Ver­tei­lung der Deh­nungs­fu­gen:

Ab­stän­de sind an al­len Wän­den, am Tür-/Raum­über­gang so­wie hin zu al­len un­be­weg­li­chen Bau­tei­len ein­zu­hal­ten.

3

An­zahl der Deh­nungs­fu­gen:

In gro­ßen Räu­men (Wand­län­ge > 8 m bis 10 m) müs­sen zu­sätz­li­che Deh­nungs­fu­gen auf der Flä­che ein­ge­plant wer­den, ge­ge­be­nen­falls durch Un­ter­tei­lung in Fel­der.

Wichtig: Dies sind nur grobe Richtwerte. Beachten Sie für die Planung der Dehnungsfugen bitte stets die konkreten Angaben des Parkettherstellers. Lassen Sie sich hierzu im Zweifel gerne von unseren Bodenexperten beraten.

Finish: Türen, Rohre & Übergangsprofile für den letzten Schliff

Es sind die Details, die Ihrem selbst verlegten Parkett eine professionelle Gesamtoptik verleihen. Je nach räumlichen Gegebenheiten benötigen Sie hierfür Übergangsprofile, Abschlussprofile und Anpassungsprofile.

In der folgenden Tabelle sehen Sie auf einen Blick, wie sich die einzelnen Profile unterscheiden und wo sie typischerweise eingesetzt werden.

Pro­fil­art

Zweck/Ein­satz

Ty­pi­sche Stel­len

Mon­tage­hin­weis

Pro-Hin­weis

Über­gangs­pro­fil

Über­brückt Fu­gen zwi­schen zwei Bo­den­flä­chen

Tür­durch­gän­ge, Raum-zu-Raum, Ma­te­ri­al­wech­sel (Par­kett→Flie­sen)

Grund­schie­ne ver­schrau­ben, Deck­pro­fil auf­clip­sen/ein­klop­fen

Be­we­gungs­fu­ge bleibt funk­ti­ons­fä­hig, ka­schiert Hö­hen­un­ter­schie­de

Ab­schluss­pro­fil

Sau­be­rer Rand­ab­schluss an of­fe­nen Kan­ten

Ter­ras­sen-/Bal­kon­tür, boden­tie­fe Fens­ter, Trep­pen­kan­ten (nicht als Tritt­kan­te)

Dü­beln/kle­ben je nach Un­ter­grund; Kan­te plan aus­rich­ten

Schützt Kan­ten vor Aus­bre­chen, op­ti­scher Rah­men

An­pas­sungs­pro­fil (Aus­gleichs­pro­fil)

Ni­vel­liert Hö­hen­un­ter­schie­de (z. B. 5–15 mm)

Par­kett zu Flie­sen/Tep­pich/Vi­nyl, Alt­bau­schwel­len

Ba­sis­pro­fil aus­rich­ten, Keil-/Schie­be­me­cha­nik auf Hö­he ein­stel­len

Stol­per­freie Über­gän­ge, va­ri­a­bel ein­stell­bar

Parkett auf Warmwasser-Fußbodenheizung – schwimmend oder verklebt?

Auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung sollten Sie Parkett vollflächig verkleben, da diese Verlegeart eine optimale Wärmeübertragung gewährleistet. Neben der hohen Effizienz sorgt die feste Verbindung von Untergrund und Oberbelag für eine gleichmäßige Verteilung der Heizungswärme.

Die schwimmende Verlegung auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung ist möglich, im Hinblick auf die geringere Wärmeeffizienz allerdings weniger empfehlenswert. Eine geeignete Unterlage (leitfähig und für Fußbodenheizungen freigegeben) kann die Wärmeübertragung verbessern. Die vollflächige Verklebung ist jedoch stets die effizienteste Lösung.

In unserem Detailartikel zum Thema Parkett und Fußbodenheizung finden Sie einen umfangreichen Ratgeber mit Grenzwerten, Normen und Tipps zur Holzauswahl.

Die Verlegung von Parkett über einer elektrischen Fußbodenheizung ist hingegen grundsätzlich nicht möglich, da sich dieses Heizsystem stärker und schneller aufheizt als eine Warmwasser-Fußbodenheizung. Dies kann den Holzboden auf Dauer beschädigen.

Wichtig: Achten Sie unabhängig von der gewählten Verlegeart darauf, dass der Parkettboden vom Hersteller explizit für diesen Anwendungsbereich freigegeben ist.

Die schwimmende Verlegung und vollflächig Verklebung im Vergleich

volllflächige Verklebung Parkett

Eine vorhandene Fußbodenheizung ist nur eines von mehreren Entscheidungskriterien, die Sie in die Wahl der Verlegeart einbeziehen sollten. Schließlich unterscheiden sich schwimmend verlegtes und verklebtes Parkett in weiterer Hinsicht, wie ein Vergleich ihrer allgemeinen Eigenschaften zeigt.

Kri­te­ri­um

Voll­flä­chig ver­klebt

Schwim­mend ver­legt

Kurz-Fa­zit

Akus­tik (Geh-/Tritt­schall)

Sehr ru­hig, da we­ni­ger Tritt- und Geh­schall so­wie we­ni­ger Hohl­klang.

Mehr Tritt- und Geh­schall so­wie Hohl­klang; Akus­tik ab­hän­gig von der Dämm­un­ter­la­ge.

Für erst­klas­si­ge Akus­tik die Ver­kle­bung wäh­len (z. B. Wohn-/Alt­bau).

Auf­bau­hö­he

Mi­ni­mal: ≈ Die­len­di­cke (zzgl. Grun­die­rung/Spach­tel ~0–2 mm).

+ Un­ter­la­ge (meist 1,5–3 mm) → hö­he­rer Auf­bau.

Bei nied­ri­gen Tür-/Pro­fil­hö­hen: Ver­kle­bung wäh­len.

Re­pa­ra­tur/Aus­tausch

Auf­wän­di­ger: Die­len her­aus­frä­sen, staub-/zeit­in­ten­siv.

Ein­fa­cher: Ein­zel­ne Die­len müs­sen nur ent­nom­men wer­den.

Häu­fi­ge Teil­re­pa­ra­tu­ren ge­plant? Eher schwim­mend.

 

Aber: Par­ti­el­ler Aus­tausch gut mög­lich, da Bo­den in Po­si­ti­on bleibt und sich nicht ver­zieht.

Aber: Für par­ti­el­len Aus­tausch müs­sen i. d. R. meh­re­re Die­len ent­fernt und wie­der ein­ge­setzt wer­den.

 

Wär­me (FBH/Leit­fä­hig­keit)

Sehr gut: di­rek­ter Kon­takt mit Un­ter­grund, nied­ri­ger Wi­der­stand; ide­al bei FBH.

Gut bis mit­tel: Wär­me­wi­der­stand ab­hän­gig von der Un­ter­la­ge.

Für ma­xi­mal ef­fi­zi­en­te Wär­me­lei­tung der FBH: Ver­kle­bung bes­ser.

Kos­ten (Ma­te­ri­al/Ver­le­gung)

Mehr Kos­ten­fak­to­ren: Un­ter­grund, Kle­ber, Ar­beits­zeit.

Kle­ber + Vor­ar­beit: +6–12 €/m² (DIY-Ma­te­ri­al).

Kos­ten für Pro­fi hö­her, da Ar­beits­kos­ten hin­zu­kom­men.

Güns­ti­ger: Un­ter­la­ge ~2–5 €/m²; we­ni­ger Vor­ar­beit nö­tig.

Kos­ten für Pro­fi nied­ri­ger als bei voll­flä­chi­ger Ver­kle­bung.

Knap­pes Bud­get: schwim­men­de Ver­le­gung wäh­len.

Groß­zü­gi­ges Bud­get: Ver­kle­bung durch Pro­fi wäh­len.

Dau­er bis Fer­tig­stel­lung

Lang: Um­fang­rei­che Un­ter­grund­vor­be­rei­tung, zeit­in­ten­si­ver Ver­le­ge­vor­gang, erst nach 12 bis 48 Stun­den be­geh­bar (je nach Tro­cken­zeit des Kle­bers).

Kür­zer: Schnel­le­re Un­ter­grund­vor­be­rei­tung, ra­sche Ver­le­gung dank Klick­sys­tem, so­fort be­geh­bar.

Knap­per Zeit­plan: Schwim­men­de Ver­le­gung bes­ser.

Häufige Fehler bei der schwimmenden Parkettverlegung + Quick-Fixes

  • Mangelhafte Untergrundvorbereitung: Warten Sie die vollständige Trocknung des Untergrunds ab, bevor Sie mit der Verlegung beginnen. Ansonsten drohen teure Folgeschäden.
  • Dehnungsfuge zu schmal: Legen Sie breitere Abstandskeile aus und schneiden Sie die Parkettdielen nach, um den nötigen Mindestabstand an allen Seiten einzuhalten.
  • Spannungsschäden: Sie entstehen, wenn die Randlücken vollständig mit Kitt gefüllt werden und der Belag so seine Bewegungsfreiheit verliert. Legen Sie die Dehnungsfugen stattdessen mit einer Rundschnur aus Schaumstoff aus, bevor Sie elastischen Dichtstoff einfüllen.
  • Falsche Verlege-Reihenfolge: Nummerieren Sie die Parkettstücke auf der Rückseite durch, falls Sie alle Dielen vorab zuschneiden möchten. So kommen Sie bei der Verlegung nicht durcheinander.
  • Unangenehme Raumakustik: Denken Sie in jedem Fall daran, eine adäquate Trittschalldämmung auszulegen. Falsche Sparsamkeit an dieser Stelle resultiert in einer unnötig lauten Geräuschkulisse.
  • Bruch der Verbindungsprofile: Verlegen Sie schwimmendes Parkett nur bis vor sehr schwere Objekte (z. B. Küchenzeile, Küchengeräte), da deren Gewicht das Kantenprofil beschädigen kann.

Tipps zur Instandhaltung, Reinigung und Pflege von Parkett

Wie lange Sie Freude an Ihrem frisch verlegten schwimmenden Parkett haben, hängt maßgeblich von Ihrem Umgang mit dem Holzboden ab. Beachten Sie die folgenden Tipps, um die Lebensdauer des Belags zu maximieren.

  • Verlegen Sie schwimmendes Parkett nicht unter sehr schwere Objekte, um das Kantenprofil zu schonen.
  • Statten Sie Ihre Möbel mit Filzgleitern aus.
  • Legen Sie Matten unter Bürostühle und andere Einrichtungsgegenstände mit Rollen.
  • Schieben Sie schwere Möbel nie direkt über schwimmendes Parkett, sondern heben Sie sie an.
  • Stellen Sie ein optimales Raumklima für Parkett her: Temperatur zwischen 18 °C und 24 °C, relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 60 %.
  • Verwenden Sie nur Reinigungsmittel, die speziell für Parkettboden gedacht sind.
  • Vermeiden Sie stehendes Wasser und wischen Sie Pfützen immer sofort auf.

Die empfohlene Reinigungs- und Pflegeroutine hängt davon ab, ob das Parkett geölt oder lackiert ist. Nutzen Sie unsere Profitipps als Anleitung, um die Schönheit Ihres Holzbodens bestmöglich zu erhalten:

FAQ

Parkett muss sich vor der Verlegung mindestens 48 Stunden in dem Raum akklimatisieren, in dem es später verlegt wird. Hierzu werden die Pakete flach und verschlossen in die Raummitte gelegt. Die Lagerung in liegender Position ist wichtig, damit die Dielen nicht durch ihr Eigengewicht durchbiegen.

Für schwimmendes Parkett auf Estrich ist eine Dampfsperre (PE-Folie) und eine Trittschalldämmung nötig. Bei der Verlegung auf Holz und anderen nicht mineralischen Böden ist nur eine Trittschalldämmung erforderlich. Bei der Verlegung auf einer Fußbodenheizung muss die Dämmunterlage leitfähig, wärmebeständig und für diesen Einsatzbereich freigegeben sein.

Bis zu einer Wandlänge von 5 m wird eine Rand-/Bewegungsfuge von 5 mm empfohlen. Für jeden weiteren Meter Wandlänge wird 1 mm hinzugerechnet (Beispiel: 6 mm bei 6 m Wandlänge). Ausschlaggebend sind jedoch immer die Angaben des Bodenherstellers, die meist eine Dehnungsfuge von 10 mm bis 15 mm vorgeben.

Übergangsprofile sind in Räumen mit einer Wandlänge von mehr als 8 m bis 10 m nötig, um Spannungen auf der Fläche zu vermeiden. Diese Vorgabe gilt in der Regel nur für schwimmend verlegte Hartböden, da vollflächig verklebte Beläge weniger in Bewegung sind.

Schwimmendes Parkett ist schnell und kostengünstig zu verlegen sowie leicht rückbaubar. Die Raumakustik, die Wärmeeffizienz auf einer Fußbodenheizung und die Haltbarkeit sind mit einer adäquaten Unterlage gut, aber nicht so optimal wie bei vollflächig verklebtem Parkett.

Die erlaubten CM-Werte, das heißt der Anteil an Restfeuchte im Untergrund, richten sich nach der Materialzusammensetzung:

Höchstwert Zement: ≤ 1,8 CM-% (beheizt) bis 2,0 CM-% (unbeheizt)

Höchstwert Calciumsulfat/Anhydrit: ≤ 0,3 CM-% (beheizt) bis 0,5 CM-% (unbeheizt)

Für die Küche und das Bad ist die schwimmende Verlegung nicht empfehlenswert, da in diesen Wohnbereichen eine erhöhte Feuchtigkeitsentwicklung und ein schwankendes Raumklima herrschen. Parkett im Badezimmer oder in der Küche sollte daher immer vollflächig verklebt werden, um eine maximale Haltbarkeit zu gewährleisten.

Bei ungeraden Wänden werden die Parkettdielen entsprechend des Verlaufs zugeschnitten. Türzargen können mit einer Feinsäge gekürzt werden, damit die Dielen darunter Platz finden. Für die Verlegung um Heizungsrohre werden entsprechende Aussparungen mit einer Stichsäge in die Parkettdielen gesägt.

Gegen Gehschall, also das klappernde Geräusch im Raum beim Begehen des Bodens, hilft eine Trittschalldämmung. Sie wird unter dem Parkettboden ausgelegt und ist nur bei der schwimmenden Verlegung erforderlich.

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum sowie zu schmale oder zu wenige Dehnungsfugen können zu Aufwölbungen im Parkett führen. Als Gegenmaßnahme kann das Raumklima auf die optimale Luftfeuchtigkeit von 40 % bis 60 % eingestellt werden. Dehnungsfugen lassen sich verbreitern, indem die angrenzenden Parkettdielen nachgeschnitten werden.

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