Parkett schwimmend verlegen – Anleitung
Schwimmend verlegtes Parkett ist nicht nur einfach zu installieren, sondern auch rückstandslos demontierbar. Dennoch bietet es die exzellente Langlebigkeit, die Sie von einem Holzboden erwarten dürfen. Mit der richtigen Vorgehensweise und handwerklichem Geschick können Sie es problemlos selbst verlegen.
Diese Anleitung zur schwimmenden Verlegung von Parkett enthält alle wichtigen DIY-Schritte, Normen und Voraussetzungen, die Sie für ein makelloses Ergebnis beachten sollten. Zudem erfahren Sie mehr über die Unterschiede zur vollflächigen Verklebung von Parkett.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist schwimmendes Parkett?
- Wann ist es sinnvoll, Parkett schwimmend zu verlegen?
- Wichtige Voraussetzungen für die schwimmende Verlegung: Klima, Akklimatisierung, Untergrund-Check
- Werkzeug & Material für die schwimmende Verlegung – was Sie wirklich brauchen
- Vorbereitung: Dampfbremse & Trittschallunterlage auswählen
- Verlegung: Schritt-für-Schritt-Anleitung für schwimmendes Parkett
- Grundregeln zu Dehnungsfugen & Feldgrößen
- Finish: Türen, Rohre & Übergangsprofile für den letzten Schliff
- Parkett auf Warmwasser-Fußbodenheizung – schwimmend oder verklebt?
- Die schwimmende Verlegung und vollflächig Verklebung im Vergleich
- Häufige Fehler bei der schwimmenden Parkettverlegung + Quick-Fixes
- Tipps zur Instandhaltung, Reinigung und Pflege von Parkett
- FAQ
Was ist schwimmendes Parkett?
Parkett wird als „schwimmend" bezeichnet, wenn es lose verlegt wird und somit nur auf dem Untergrund aufliegt. Eine feste Verbindung zum Unterboden mit Parkettkleber oder Nägeln erfolgt bei dieser Verlegeart nicht.
Seine Stabilität erhält ein schwimmend verlegter Parkettboden durch die feste Verbindung der einzelnen Dielen miteinander (per Klicksystem oder Nut-Feder-Verbindung). Dadurch entsteht eine lückenlos geschlossene Fläche.
Aber: Nicht alle Böden sind für die schwimmende Verlegung geeignet (u. a. Massivparkett), da die Kanten der Dielen hierfür ein entsprechendes Profil aufweisen müssen.
Tipp Einen Hinweis zur Verlegemöglichkeit finden Sie auf den einzelnen Artikelseiten in unserem Shop. Oder filtern Sie von vornherein nach Parkettböden, die schwimmend verlegt werden können.
Wann ist es sinnvoll, Parkett schwimmend zu verlegen?
Schwimmend verlegtes Parkett ist bei einem knappen Budget oder Zeitdruck sinnvoll, da die Verlegung günstig und der Boden sofort begehbar ist. Die folgende Auflistung zeigt alle Vorteile dieser Verlegeart auf einen Blick.
Kostengünstige Verlegung
Die Verlegung soll möglichst kostengünstig sein: Professionelle Bodenleger berechnen für die schwimmende Verlegung von Parkettboden im Durchschnitt 20 € bis 35 € pro Quadratmeter und damit deutlich weniger als für die vollflächige Verklebung (circa 30 € bis 50 € pro Quadratmeter).
DIY-freundlich
Sie möchten die Verlegung selbst durchführen: Die DIY-Verlegung von schwimmendem Parkett ist auch für Laien gut machbar, da keine Verklebung mit dem Untergrund erfolgt. Schließlich setzt vollflächig verklebtes Parkett ein deutlich höheres Maß an handwerklichem Know-how voraus, da es Fehler weniger verzeiht.
Schneller Abschluss
Sie möchten das Projekt schnell abschließen: Die schwimmende Verlegung ist zeitsparend und auch für Laien innerhalb weniger Tage zu bewerkstelligen – je nach Größe der Fläche. Sobald der Parkettboden verlegt ist, können Sie ihn sofort begehen und belasten.
Niedrige Aufbauhöhe
Sie möchten Türkürzungen vermeiden: Parkettböden für die schwimmende Verlegung weisen in der Regel eine niedrigere Aufbauhöhe auf als Massivparkett. Sie sind daher eine gute Wahl für Renovierungen mit festen Höhenvorgaben.
Unkomplizierte Untergrundvorbereitung
Die Untergrundvorbereitung soll unkompliziert sein: Sie müssen den Altbelag für die schwimmende Verlegung nicht entfernen, sofern er in gutem Zustand ist und es sich nicht um einen textilen Belag handelt. Kleinere Unebenheiten kaschiert das lose aufliegende Parkett zuverlässig.
Mieterfreundlich
Sie wohnen zur Miete: Eine Absprache mit dem Vermieter ist bei dieser Verlegeart im Normalfall nicht erforderlich, da Sie schwimmendes Parkett bei Auszug wieder rückstandlos entfernen können.
Wiederverwendbar
Sie möchten das Parkett wiederverwenden: In einigen Fällen können Sie schwimmend verlegtes Parkett, oder zumindest einen Teil davon, nach dem Rückbau erneut verlegen. Dies erfordert allerdings eine behutsame Demontage, damit das Kantenprofil und die Dielen selbst intakt bleiben.
Wichtige Voraussetzungen für die schwimmende Verlegung: Klima, Akklimatisierung, Untergrund-Check
Optimales Raumklima
Die Raumtemperatur liegt zwischen 18 °C und 22 °C liegen, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 % bis 60 % (mind. 48 Stunden stabil vor Beginn der Verlegung).
Akklimatisierung des Bodens
Das Parkett lag vor der Verlegung mindestens 48 Stunden lang im Verlegeraum (flach, in geschlossener Verpackung) und konnte sich an das Raumklima gewöhnen.
Untergrund in gutem Zustand
Der Untergrund ist sauber, tragfähig, staubfrei, fest und rissfrei. Eventuell nötige Grundierungs- oder Spachtelarbeiten wurden vorgenommen.
Untergrund ist eben
Die Ebenheit des Untergrunds wurde geprüft (Richtlatte 2 m). Die Abweichungen liegen innerhalb der DIN-Grenzen.
Untergrund ist trocken
Eine fachgerechte CM-Messung zeigt, dass die vorhandene Restfeuchte im Untergrund innerhalb der materialabhängigen Grenzwerte liegt (siehe Tabelle unten).
Dampfbremse aufgebracht (sofern nötig)
Bei Estrich und anderen mineralischen Untergründen wurde eine Dampfbremse mit einem sd-Wert von ≥ 100 m errichtet (gegebenenfalls Kombi-Unterlage).
Raum ist vorbereitet
Der Verlegeraum ist leer, die Türen sind ausgehängt und die Sockelleisten wurden entfernt.
Verlauf ist festgelegt
Die Verlegerichtung des Parketts wurde unter Berücksichtigung des Lichteinfalls und der gewünschten Raumwirkung bestimmt.
Ausreichend Bodenbelag vorhanden
Die Die Parkettmenge reicht für die Raumgröße, der Verschnitt wurde grob kalkuliert und berücksichtigt (circa 5 % bis 10 % je nach Raumform und Verlegemuster).
Dehnungsfugen sind eingeplant
An den Rändern und zu allen unbeweglichen Bauteilen hin (z. B. Heizungsrohre) ist eine Dehnungsfuge von 10 mm bis 15 mm eingerichtet. Abstandskeile mit entsprechender Breite sind platziert.
Tabelle: CM-Grenzwerte & DIN 18202-Ebenheit
Untergrundtyp
Beheizt
CM-Grenzwert (max.)
Hinweis
Zementestrich (ZE)
nein
≤ 2,0 CM-%
Bei FBH später effizienter mit verklebtem Aufbau.
Zementestrich (ZE)
ja
≤ 1,8 CM-%
Aufheiz-/Abkühlprotokoll einhalten.
Calciumsulfat / Anhydrit (AE)
nein
≤ 0,5 CM-%
Oberflächen sinterfrei, ggf. schleifen/grundieren.
Calciumsulfat / Anhydrit (AE)
ja
≤ 0,3 CM-%
Feuchte besonders kritisch bei schwimmender Verlegung.
Werkzeug & Material für die schwimmende Verlegung – was Sie wirklich brauchen
- ▶ Maßband
- ▶ Bleistift
- ▶ Abstandskeile (ca. 40 Stk für einen quadratischen Raum mit 20 m2)
- ▶ Zugeisen
- ▶ Schlagklotz
- ▶ Gummihammer
- ▶ Säge
- ▶ Cutter
- ▶ Klebeband
- ▶ Richtlatte
- ▶ Sockelleisten (ca. 18 m für einen quadratischen Raum mit 20 m2)
- ▶ ggfls. Abdeckrosetten und Übergangsprofile
- ▶ Dampfbremse: PE-Folie oder Trittschallunterlage mit integrierter Dampfbremse
- ▶ Trittschalldämmung (Menge auf die Quadratmeterzahl abgestimmt)
Vorbereitung: Dampfbremse & Trittschallunterlage auswählen
Wenn Sie sich für Massivparkett oder Mehrschichtparkett entscheiden, wählen Sie einen deutlich leiseren Belag als Laminat oder Fliesen. Bei der schwimmenden Verlegung ist jedoch spezielles Zubehör erforderlich, um den Boden optimal gegen Feuchtigkeit zu schützen und eine angenehme Akustik zu gewährleisten.
Dampfbremse gegen Feuchtigkeit
Eine Dampfbremse in Form einer PE-Folie ist nur nötig, wenn Sie das Parkett schwimmend auf einem mineralischen Untergrund, wie beispielsweise Estrich, verlegen. Die Folie hält den aufsteigenden Wasserdampf ab. So beugen Sie Schimmelbildung vor und schützen die Parkettdielen vor Beschädigung.
Verlegung der Dampfbremse:
- ▶ Reinigen Sie den Untergrund.
- ▶ Legen Sie die PE-Folie auf der gesamten Fläche aus.
- ▶ Stellen Sie sicher, dass sich die Bahnen um mindestens 10 cm überlappen und die Folie an den Wänden mindestens 2 cm hoch steht.
- ▶ Kleben Sie die Nähte und Anschlüsse mit Klebeband ab.
Einige Trittschallunterlagen verfügen über eine integrierte Dampfbremse, wie beispielsweise die Dämmunterlage Vinsound Plus inklusive Dampfbremse aus unserem Shop. In diesem Fall ist eine zusätzliche PE-Folie nicht erforderlich. Beachten Sie hierbei stets die Herstellerangaben.
Was sagt die CM-Messung aus?
Die CM-Messung gibt Aufschluss über die vorhandene Restfeuchte im Untergrund (z. B. Estrich). Die Durchführung erfolgt per Calciumcarbid-Methode (CM), bei der Bodenproben entnommen und in einem speziellen CM-Messgerät geprüft werden.
Was ist der sd-Wert bei Dampfbremsen?
Der sd-Wert gibt an, in welchem Maße die Dampfbremse aufsteigenden Wasserdampf abhält. Je höher der Wert ist, desto stärker ist die dampfbremsende Wirkung. Die Abkürzung sd steht für Wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicke.
Was ist eine Dehnungsfuge?
Eine Dehnungsfuge ist eine gewollte Lücke zwischen dem Parkettboden und der Wand sowie hin zu unbeweglichen Bauteilen. Sie gibt dem Belag ausreichend Freiraum, um sich schadensfrei auszudehnen und zusammenzuziehen.
Trittschalldämmung für eine gute Akustik
Im Gegensatz zu vollflächig verklebtem Fischgrätparkett, Stabparkett oder anderen massiven Parkettarten, ist schwimmend verlegtes Parkett nicht fest mit dem Untergrund verbunden. Zwischen dem Untergrund und dem Oberbelag bleibt eine Lücke zurück, die beim Begehen Tritt- und Gehschall erzeugt.
Eine Trittschalldämmung ist bei der schwimmenden Verlegung somit wichtig, da sie für eine angenehm leise Akustik sorgt. Sie ist aus unterschiedlichen Materialien wie PE-Schaum, PU-Schaum oder Gummi erhältlich, die sich in Bezug auf die Anwendungsbereiche und physikalischen Eigenschaften unterscheiden.
Wichtig: Nicht alle Trittschalldämmungen sind für Parkett auf einer Fußbodenheizung geeignet, da es hier regelmäßig zu Temperaturschwankungen kommt. Das Dämmmaterial sollte daher explizit für diesen Anwendungsbereich freigegeben und leitfähig sein, um eine effiziente Wärmeübertragung zu gewährleisten.
Verlegung der Trittschalldämmung:
- ▶ Reinigen Sie den Untergrund beziehungsweise achten Sie darauf, dass die Dampfbremse ordnungsgemäß liegt (bei mineralischem Untergrund).
- ▶ Rollen Sie die Dämmmatte aus und schneiden Sie sie mit dem Cuttermesser entsprechend der Raumform zurecht.
- ▶ Stellen Sie sicher, dass sich die Bahnen nicht überlappen.
- ▶ Kleben Sie die Nähte mit Klebeband ab.
Eine Trittschalldämmung mit integrierter Dampfbremse erspart Ihnen einen Zwischenschritt, da Sie in diesem Fall keine zusätzliche PE-Folie auslegen müssen. Die Dämmunterlage Vinsound Plus beispielsweise mindert nicht nur den Tritt- und Gehschall, sondern hält auch aufsteigenden Wasserdampf zuverlässig ab.
Was ist der Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall?
Trittschall bezeichnet die Geräusche, die beim Begehen eines Bodens in den anliegenden Räumen zu hören sind. Gehschall hingegen bezieht sich auf die Raumakustik und beschreibt die Geräusche, die beim Gang über den Boden im Raum selbst zu hören sind.
Verlegung: Schritt-für-Schritt-Anleitung für schwimmendes Parkett
Nachdem Sie die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen haben, können Sie mit der eigentlichen Verlegung beginnen. Legen Sie dazu Ihr Werkzeug und die Bodendielen bereit. Der folgende DIY-Guide begleitet Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – vom ersten Auslegen bis zu den Abschlussarbeiten.
Grundregeln zu Dehnungsfugen & Feldgrößen
Da bei einem schwimmenden Parkettboden keine feste Verbindung zum Untergrund besteht, ist er stärker in Bewegung als ein vollflächig verklebter Boden. Entsprechend wichtig sind Dehnungsfugen in angemessener Breite, Verteilung und Anzahl, um Spannungen am Übergang zu unbeweglichen Bauteilen und Wänden zu verhindern.
Grundregeln
Breite der Dehnungsfuge:
Mindestens 5 mm in Räumen mit bis zu 5 m Wandlänge, für jeden weiteren Meter ist 1 mm hinzuzurechnen (Beispiel: 7 mm Dehnungsfuge bei einer Wandlänge von 7 m).
Verteilung der Dehnungsfugen:
Abstände sind an allen Wänden, am Tür-/Raumübergang sowie hin zu allen unbeweglichen Bauteilen einzuhalten.
Anzahl der Dehnungsfugen:
In großen Räumen (Wandlänge > 8 m bis 10 m) müssen zusätzliche Dehnungsfugen auf der Fläche eingeplant werden, gegebenenfalls durch Unterteilung in Felder.
Wichtig: Dies sind nur grobe Richtwerte. Beachten Sie für die Planung der Dehnungsfugen bitte stets die konkreten Angaben des Parkettherstellers. Lassen Sie sich hierzu im Zweifel gerne von unseren Bodenexperten beraten.
Finish: Türen, Rohre & Übergangsprofile für den letzten Schliff
Es sind die Details, die Ihrem selbst verlegten Parkett eine professionelle Gesamtoptik verleihen. Je nach räumlichen Gegebenheiten benötigen Sie hierfür Übergangsprofile, Abschlussprofile und Anpassungsprofile.
In der folgenden Tabelle sehen Sie auf einen Blick, wie sich die einzelnen Profile unterscheiden und wo sie typischerweise eingesetzt werden.
Profilart
Zweck/Einsatz
Typische Stellen
Montagehinweis
Pro-Hinweis
Übergangsprofil
Überbrückt Fugen zwischen zwei Bodenflächen
Türdurchgänge, Raum-zu-Raum, Materialwechsel (Parkett→Fliesen)
Grundschiene verschrauben, Deckprofil aufclipsen/einklopfen
Bewegungsfuge bleibt funktionsfähig, kaschiert Höhenunterschiede
Abschlussprofil
Sauberer Randabschluss an offenen Kanten
Terrassen-/Balkontür, bodentiefe Fenster, Treppenkanten (nicht als Trittkante)
Dübeln/kleben je nach Untergrund; Kante plan ausrichten
Schützt Kanten vor Ausbrechen, optischer Rahmen
Anpassungsprofil (Ausgleichsprofil)
Nivelliert Höhenunterschiede (z. B. 5–15 mm)
Parkett zu Fliesen/Teppich/Vinyl, Altbauschwellen
Basisprofil ausrichten, Keil-/Schiebemechanik auf Höhe einstellen
Stolperfreie Übergänge, variabel einstellbar
Parkett auf Warmwasser-Fußbodenheizung – schwimmend oder verklebt?
Auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung sollten Sie Parkett vollflächig verkleben, da diese Verlegeart eine optimale Wärmeübertragung gewährleistet. Neben der hohen Effizienz sorgt die feste Verbindung von Untergrund und Oberbelag für eine gleichmäßige Verteilung der Heizungswärme.
Die schwimmende Verlegung auf einer Warmwasser-Fußbodenheizung ist möglich, im Hinblick auf die geringere Wärmeeffizienz allerdings weniger empfehlenswert. Eine geeignete Unterlage (leitfähig und für Fußbodenheizungen freigegeben) kann die Wärmeübertragung verbessern. Die vollflächige Verklebung ist jedoch stets die effizienteste Lösung.
In unserem Detailartikel zum Thema Parkett und Fußbodenheizung finden Sie einen umfangreichen Ratgeber mit Grenzwerten, Normen und Tipps zur Holzauswahl.
Die Verlegung von Parkett über einer elektrischen Fußbodenheizung ist hingegen grundsätzlich nicht möglich, da sich dieses Heizsystem stärker und schneller aufheizt als eine Warmwasser-Fußbodenheizung. Dies kann den Holzboden auf Dauer beschädigen.
Wichtig: Achten Sie unabhängig von der gewählten Verlegeart darauf, dass der Parkettboden vom Hersteller explizit für diesen Anwendungsbereich freigegeben ist.
Die schwimmende Verlegung und vollflächig Verklebung im Vergleich
Eine vorhandene Fußbodenheizung ist nur eines von mehreren Entscheidungskriterien, die Sie in die Wahl der Verlegeart einbeziehen sollten. Schließlich unterscheiden sich schwimmend verlegtes und verklebtes Parkett in weiterer Hinsicht, wie ein Vergleich ihrer allgemeinen Eigenschaften zeigt.
Kriterium
Vollflächig verklebt
Schwimmend verlegt
Kurz-Fazit
Akustik (Geh-/Trittschall)
Sehr ruhig, da weniger Tritt- und Gehschall sowie weniger Hohlklang.
Mehr Tritt- und Gehschall sowie Hohlklang; Akustik abhängig von der Dämmunterlage.
Für erstklassige Akustik die Verklebung wählen (z. B. Wohn-/Altbau).
Aufbauhöhe
Minimal: ≈ Dielendicke (zzgl. Grundierung/Spachtel ~0–2 mm).
+ Unterlage (meist 1,5–3 mm) → höherer Aufbau.
Bei niedrigen Tür-/Profilhöhen: Verklebung wählen.
Reparatur/Austausch
Aufwändiger: Dielen herausfräsen, staub-/zeitintensiv.
Einfacher: Einzelne Dielen müssen nur entnommen werden.
Häufige Teilreparaturen geplant? Eher schwimmend.
Aber: Partieller Austausch gut möglich, da Boden in Position bleibt und sich nicht verzieht.
Aber: Für partiellen Austausch müssen i. d. R. mehrere Dielen entfernt und wieder eingesetzt werden.
Wärme (FBH/Leitfähigkeit)
Sehr gut: direkter Kontakt mit Untergrund, niedriger Widerstand; ideal bei FBH.
Gut bis mittel: Wärmewiderstand abhängig von der Unterlage.
Für maximal effiziente Wärmeleitung der FBH: Verklebung besser.
Kosten (Material/Verlegung)
Mehr Kostenfaktoren: Untergrund, Kleber, Arbeitszeit.
Kleber + Vorarbeit: +6–12 €/m² (DIY-Material).
Kosten für Profi höher, da Arbeitskosten hinzukommen.
Günstiger: Unterlage ~2–5 €/m²; weniger Vorarbeit nötig.
Kosten für Profi niedriger als bei vollflächiger Verklebung.
Knappes Budget: schwimmende Verlegung wählen.
Großzügiges Budget: Verklebung durch Profi wählen.
Dauer bis Fertigstellung
Lang: Umfangreiche Untergrundvorbereitung, zeitintensiver Verlegevorgang, erst nach 12 bis 48 Stunden begehbar (je nach Trockenzeit des Klebers).
Kürzer: Schnellere Untergrundvorbereitung, rasche Verlegung dank Klicksystem, sofort begehbar.
Knapper Zeitplan: Schwimmende Verlegung besser.
Häufige Fehler bei der schwimmenden Parkettverlegung + Quick-Fixes
- ▶ Mangelhafte Untergrundvorbereitung: Warten Sie die vollständige Trocknung des Untergrunds ab, bevor Sie mit der Verlegung beginnen. Ansonsten drohen teure Folgeschäden.
- ▶ Dehnungsfuge zu schmal: Legen Sie breitere Abstandskeile aus und schneiden Sie die Parkettdielen nach, um den nötigen Mindestabstand an allen Seiten einzuhalten.
- ▶ Spannungsschäden: Sie entstehen, wenn die Randlücken vollständig mit Kitt gefüllt werden und der Belag so seine Bewegungsfreiheit verliert. Legen Sie die Dehnungsfugen stattdessen mit einer Rundschnur aus Schaumstoff aus, bevor Sie elastischen Dichtstoff einfüllen.
- ▶ Falsche Verlege-Reihenfolge: Nummerieren Sie die Parkettstücke auf der Rückseite durch, falls Sie alle Dielen vorab zuschneiden möchten. So kommen Sie bei der Verlegung nicht durcheinander.
- ▶ Unangenehme Raumakustik: Denken Sie in jedem Fall daran, eine adäquate Trittschalldämmung auszulegen. Falsche Sparsamkeit an dieser Stelle resultiert in einer unnötig lauten Geräuschkulisse.
- ▶ Bruch der Verbindungsprofile: Verlegen Sie schwimmendes Parkett nur bis vor sehr schwere Objekte (z. B. Küchenzeile, Küchengeräte), da deren Gewicht das Kantenprofil beschädigen kann.
Tipps zur Instandhaltung, Reinigung und Pflege von Parkett
Wie lange Sie Freude an Ihrem frisch verlegten schwimmenden Parkett haben, hängt maßgeblich von Ihrem Umgang mit dem Holzboden ab. Beachten Sie die folgenden Tipps, um die Lebensdauer des Belags zu maximieren.
- ▶ Verlegen Sie schwimmendes Parkett nicht unter sehr schwere Objekte, um das Kantenprofil zu schonen.
- ▶ Statten Sie Ihre Möbel mit Filzgleitern aus.
- ▶ Legen Sie Matten unter Bürostühle und andere Einrichtungsgegenstände mit Rollen.
- ▶ Schieben Sie schwere Möbel nie direkt über schwimmendes Parkett, sondern heben Sie sie an.
- ▶ Stellen Sie ein optimales Raumklima für Parkett her: Temperatur zwischen 18 °C und 24 °C, relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 60 %.
- ▶ Verwenden Sie nur Reinigungsmittel, die speziell für Parkettboden gedacht sind.
- ▶ Vermeiden Sie stehendes Wasser und wischen Sie Pfützen immer sofort auf.
Die empfohlene Reinigungs- und Pflegeroutine hängt davon ab, ob das Parkett geölt oder lackiert ist. Nutzen Sie unsere Profitipps als Anleitung, um die Schönheit Ihres Holzbodens bestmöglich zu erhalten:
FAQ
Parkett muss sich vor der Verlegung mindestens 48 Stunden in dem Raum akklimatisieren, in dem es später verlegt wird. Hierzu werden die Pakete flach und verschlossen in die Raummitte gelegt. Die Lagerung in liegender Position ist wichtig, damit die Dielen nicht durch ihr Eigengewicht durchbiegen.
Für schwimmendes Parkett auf Estrich ist eine Dampfsperre (PE-Folie) und eine Trittschalldämmung nötig. Bei der Verlegung auf Holz und anderen nicht mineralischen Böden ist nur eine Trittschalldämmung erforderlich. Bei der Verlegung auf einer Fußbodenheizung muss die Dämmunterlage leitfähig, wärmebeständig und für diesen Einsatzbereich freigegeben sein.
Bis zu einer Wandlänge von 5 m wird eine Rand-/Bewegungsfuge von 5 mm empfohlen. Für jeden weiteren Meter Wandlänge wird 1 mm hinzugerechnet (Beispiel: 6 mm bei 6 m Wandlänge). Ausschlaggebend sind jedoch immer die Angaben des Bodenherstellers, die meist eine Dehnungsfuge von 10 mm bis 15 mm vorgeben.
Übergangsprofile sind in Räumen mit einer Wandlänge von mehr als 8 m bis 10 m nötig, um Spannungen auf der Fläche zu vermeiden. Diese Vorgabe gilt in der Regel nur für schwimmend verlegte Hartböden, da vollflächig verklebte Beläge weniger in Bewegung sind.
Schwimmendes Parkett ist schnell und kostengünstig zu verlegen sowie leicht rückbaubar. Die Raumakustik, die Wärmeeffizienz auf einer Fußbodenheizung und die Haltbarkeit sind mit einer adäquaten Unterlage gut, aber nicht so optimal wie bei vollflächig verklebtem Parkett.
Die erlaubten CM-Werte, das heißt der Anteil an Restfeuchte im Untergrund, richten sich nach der Materialzusammensetzung:
Höchstwert Zement: ≤ 1,8 CM-% (beheizt) bis 2,0 CM-% (unbeheizt)
Höchstwert Calciumsulfat/Anhydrit: ≤ 0,3 CM-% (beheizt) bis 0,5 CM-% (unbeheizt)
Für die Küche und das Bad ist die schwimmende Verlegung nicht empfehlenswert, da in diesen Wohnbereichen eine erhöhte Feuchtigkeitsentwicklung und ein schwankendes Raumklima herrschen. Parkett im Badezimmer oder in der Küche sollte daher immer vollflächig verklebt werden, um eine maximale Haltbarkeit zu gewährleisten.
Bei ungeraden Wänden werden die Parkettdielen entsprechend des Verlaufs zugeschnitten. Türzargen können mit einer Feinsäge gekürzt werden, damit die Dielen darunter Platz finden. Für die Verlegung um Heizungsrohre werden entsprechende Aussparungen mit einer Stichsäge in die Parkettdielen gesägt.
Gegen Gehschall, also das klappernde Geräusch im Raum beim Begehen des Bodens, hilft eine Trittschalldämmung. Sie wird unter dem Parkettboden ausgelegt und ist nur bei der schwimmenden Verlegung erforderlich.
Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum sowie zu schmale oder zu wenige Dehnungsfugen können zu Aufwölbungen im Parkett führen. Als Gegenmaßnahme kann das Raumklima auf die optimale Luftfeuchtigkeit von 40 % bis 60 % eingestellt werden. Dehnungsfugen lassen sich verbreitern, indem die angrenzenden Parkettdielen nachgeschnitten werden.
Sie haben Fragen?
Wir helfen Ihnen gern!
Sie erreichen uns
montags bis freitags
von 8.00 Uhr - 16.30 Uhr unter:
Telefon: 030 - 52 01 99 0
Mail: service@parkett-direkt.net


