Parkett und Fliesen kombinieren

Modernes Wohnen ist besonders stark durch offene Raumkonzepte gekennzeichnet - durch Zimmer, die einerseits multifunktional genutzt werden und dabei platzsparend im Ganzen wirken.

So ist es recht populär geworden, bei Neubauten offene Küchen mit angegliederten Wohnzimmern zu bauen. Der Vorteil dieses multifunktionalen großen Raums: Er besitzt ausreichend Platz, um gut und gern gemeinsam Zeit beim Kochen und Essen, beim Fernsehgucken, Entspannen oder Spielen zu verbringen.

Offene, multifunktionale Wohnkonzepte dominieren bei Neubauten

Andererseits liegt in dieser Mehrfachnutzung eine Herausforderung, nicht nur in der gegenseitigen Rücksichtnahme, sondern insbesondere in der Gestaltung von Wänden und besonders von Böden. Denn naturgemäß verlangt eine Küche einen Fußbodenbelag, der stoß-, kratz- und abriebfest ist. Für den Wohnbereich steht die Gemütlichkeit im Vordergrund. Hier wünschen sich viele Hausbesitzer einen Fußbodenbelag, der Behaglichkeit ausstrahlt und natürlich wirkt.

Wie ist es möglich, diese beiden Bereiche mit dem Boden so zu verbinden, dass der Übergang von der Küche zum Wohnzimmer harmonisch wirkt und der Bodenbelag dennoch den unterschiedlichen Anforderungen entspricht?

Unsere Empfehlung: Kombinieren Sie Fliesen mit Parkett. Wie Sie diese beiden unterschiedlichen Bodenbeläge perfekt miteinander verbinden, lesen Sie hier.

Fliesen und Parkett kombinieren - Wie funktioniert das?

Generell ist es wichtig, dass Sie sich bereits bei der Planung sehr gut über die einzelnen Materialien und ihre Eigenschaften beraten lassen.

Denn echte Holzböden wie Parkett sind sehr robust und hart. Sie müssen bei jeder Ecke oder Kante, für Heizungsrohre, Treppen und Türzargen mit einer Säge zugeschnitten werden. Da Holz immer "atmet" und somit ständig in Bewegung ist, braucht ein Dielenboden IMMER eine Dehnfuge zur Wand, zur Zarge, zum nächsten Material. Ansonsten würde das Parkett aufbrechen.

Fliesen hingegen liegen eher starr auf dem Estrich und sind mit diesem verklebt. Dabei müssen Sie zunächst einen sogenannten Tiefengrund mit einer Bürste auftragen. Der Staub wird so gebunden und Sie stellen dadurch eine gute Haftung sicher. Dann nehmen Sie einen Fliesenkleber, rühren ihn an und verteilen ihn mit einem Zahnspachtel auf den Untergrund. Erst danach können die Fliesen verlegt werden.

Hier liegt bereits die erste Herausforderung. Holzböden und Steinböden haben meist andere Materialstärken. Diese müssen Sie beziehungsweise der Verleger ausgleichen. Sonst gibt es unschöne Kanten und Übergänge.

Herausforderungen meistern - stufenlose Übergänge schaffen

Des Weiteren zeigen die beiden Materialien Holz und Fliese unterschiedliche Verhalten, wenn sie Dampf, Wärme und Wasser ausgesetzt sind. Ebenfalls sollten Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen, ob Sie eine Fußbodenheizung einbauen wollen. Achten Sie auf diese Anforderungen. Fugen einzuplanen, ist ein Muss.

Gut zu wissen: Die Verlegungsart spielt keine Rolle. Parkett kann verklebt oder schwimmend verlegt werden. In beiden Fällen benötigt ein Holzboden jeweils Fugen. Die Fugengröße errechnet sich durch die Parkettgröße.

Übergang von Fliese zu Parkett ohne Schiene

Sie können Parkett mit einem Fliesenboden auf verschiedene Art miteinander kombinieren: durch eine klare und gerade Abtrennung oder mehr fließend. Wie der Übergang genau aussehen kann, hängt neben der Raumaufteilung auch davon ab, ob zuerst gefliest oder zuerst der Dielenboden verlegt wird.

Fließende Übergänge kreieren einzigartiges Wohnambiente

Damit die Fliesen-Parkett-Kombination harmonisch ineinandergreift und optisch ein einzigartiges Bodenerlebnis schafft, müssen Sie zunächst das Parkett verlegen. Wichtig: Halten Sie am Ende des Parkettrands einen Abstand von ca. 7 mm bis 8 mm ein.

Erst danach verlegen Sie die Fliesenplatten. Hierfür sind Sechseck-Fliesen ideal. Dank ihrer Ecken bilden sie schöne kleine Abschlüsse, die nicht wie "abgeschnitten" wirken. Den entstandenen "Freiraum" füllen Sie anschließend mit Spitzkork aus. Für Feuchträume wie im Bad können Sie auch gut Silikon verwenden. Dabei sollte die Fuge mindestens so tief wie breit sein.

Unser Tipp: Verwenden Sie kontrastreiche Materialien. So teilen Sie den Raum optisch in Bereiche ein. Der fließende Übergang Fliese zu Parkett wirkt sehr individuell und kann Ihrem Zuhause durch entsprechende Optiken einen sehr exklusiven Look verleihen.

Kante zeigen - klare Übergänge schaffen

Nicht jede Wohnung oder Haus ist so passend geschnitten, dass fließende Übergänge die beste Lösung sind. Bei quadratischen Räumen oder Wohnbereichen mit einer großen Küche inklusive Kochinsel beispielsweise raten wir, eher auf eine klare Abtrennung zu setzen. Hier ist das Einsetzen einer Leiste aus Messing sinnvoll. Sie betont gekonnt die verschiedenen Nutzungsbereiche.

Wichtig: Gleichen Sie vor der Montage einer solchen Kante gegebenenfalls die unterschiedlichen Niveaus zwischen Parkett und Fliesen aus.

Wenn Sie sich für einen kombinierten Fliesen-Parkettboden entschieden haben, dann stellt sich die nächste Frage nach der Fliesenart.

Welche Fliesen harmonieren zu Parkett?

Unabhängig vom individuellen Geschmack empfehlen wir, nachstehende Farbmuster-Kombinationen zu beachten:

  • Helle Hölzer wie Eiche, Ahorn oder Esche, die dem Raum einen wohnlichen Charakter verleihen, lassen sich hervorragend durch einen hellen oder cremefarbigen Fliesenboden ergänzen.
  • Effektvoller wird es, wenn Sie bewusst dunkelbraune Fliesenplatten neben hellem Holzboden verlegen lassen. Beispielsweise ergänzen Steinplatten in Grau ideal ein Esche Parkett.
  • Was die Möbel betrifft, so sehen rustikale Möbel auf natur-geölten Landhausdielen hervorragend aus. Wer mutig ist und es experimentell mag, kann das Parkett sogar bunt lackieren und bringt so Abwechslung in sein Zuhause.
  • Dunkle Hölzer wie Mahagoni, Wenge oder Nussbaum verleihen einem Zimmer Tiefe. Als ideales Pendant dazu sind graue Fliesen zu empfehlen: von Silbergrau über Taubengrau bis hin zur Metallic-Optik. Diese Farbkombi ist für jene interessant, die Ihr Zuhause im modernen Industrie-Stil einrichten möchten.

Farbenlehre beachten

Grundsätzlich sollten Sie sich stets vor Augen führen, ob Sie mit Ihrem Belag mehr den Boden oder mehr das Interieur in den Vordergrund betonen wollen. Beachten Sie bei der Planung daher die Grundsätze der Farbenlehre:

  • Sie schaffen Kontraste gekonnt, wenn Sie zwei neutrale Farben für den Hintergrund auswählen und mit zwei, maximal drei Farben kombinieren und dadurch Akzente setzen.
  • Egal, für welchen Übergang Sie sich entscheiden, beide Bodenbeläge gelten als sehr beständig, robust und pflegeleicht.

 


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